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Susanne Meyer-Wilpert

Wohntrends und erneuerbare Energien

Im Fokus: Wohntrend Energiesparen

Wenn es um das Thema Wohnen geht, ist Energieeffizienz heute der ganz große Trend. Zur Freude nicht nur der Umwelt, sondern auch von Eigentümern und Mietern, die viel Geld sparen können. Bei einigen steht auf der Energierechnung unterm Strich sogar schon ein Plus. Und das soll in Zukunft noch ausgebaut werden.

Mit dem intelligent vernetzten Smart Home und den Innovationen der Energiesparhäuser kommen heute einige Wohn- und Bautrends zusammen, die ungeahnte Möglichkeiten greifbar werden lassen. Etwa die, vom Rechnungsempfänger für Strom und Wärme zum Energieproduzenten zu werden, der damit übers Jahr gerechnet sogar noch Geld verdient. In Zeiten, in denen traditionelle Energieträger wie Öl, Kohle oder Erdgas knapper und teurer werden, sind das sicher keine schlechten Aussichten. Aber der Reihe nach. Auch Mieter können schon eine Menge sparen.

Jeder kann mitsparen und mitprofitieren

Nicht so heizen:
Durchschnittlich 78 % des häuslichen Energieverbrauchs entsteht beim Heizen. Hier lohnen sich Sparmaßnahmen also besonders. In Zahlen: Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart ca. sechs Prozent Energie. Wer mit der Zeit und ganz sicher gehen will, stellt auf digitale Heizkörperthermostate um. Diese automatischen Sparhelfer halten die Temperatur mit dem geringstmöglichen Energieaufwand immer konstant.

Richtig lüften:
Vermeiden Sie dauerhaftes Kipplüften. Das lässt Räume auskühlen und die Heizkosten in die Höhe schnellen. Effizienter ist es, verbrauchte Raumluft durch Stoßlüften auszutauschen, indem man zwei bis dreimal am Tag für ein paar Minuten die Fenster weit öffnet.

Elektrisiert vom Sparen:
Wer einmal aufmerksam durch die eigene Wohnung läuft, entdeckt überall Sparpotenziale: Tauscht man beispielsweise nur zwei 60-Watt-Glühlampen gegen zwei 11-Watt-Energiesparlampen aus, spart man bei einer täglichen Nutzung von ca. drei Stunden aufs Jahr gerechnet bereits rund 24 EUR. Überhaupt ist es besser, auf mehrere kleine Lichtquellen zu setzen, statt auf eine wattstarke. So lässt sich das Licht bedarfsgerecht dosieren. Weiterhin gilt: Je kleiner der Monitor des Fernsehers, desto geringer sein Stromverbrauch. Am niedrigsten ist der Verbrauch natürlich, wenn man das Gerät ganz ausschaltet, statt es dauerhaft im Strom fressenden Stand-by-Betrieb zu halten.

Für Eigentümer: gute Dämmung ist die Basis

Thermische Isolierung ist das A und O aller Energiesparmaßnahmen – vom Dachfirst bis zur Bodenplatte und an den Außenwänden ebenso wie an Türen und Fenstern. Erst ein hoher Dämmwert gewährleistet, dass nur noch ein Bruchteil der aufgewendeten Energie ungewollt das Hausinnere verlassen kann. Undichte Stellen und auch Wärmebrücken lassen sich mit einem sogenannten „Blower-Door-Test“ oder mithilfe von Wärmebildkameras aufspüren und beseitigen. Dies ist die Grundlage, um die laufenden Energiekosten einer jeden Immobilie niedrig zu halten.


Im Fokus: Vom Kunden zum Produzenten

Neue Standards: vom Dreiliterhaus zum Plusenergiehaus

Es haben sich verschiedene Standards von Energieeffizienz-Häusern herausgebildet, die in ihrem Energieverbrauch allesamt deutlich unter dem eines herkömmlichen Neubaus liegen. Das Basismodell ist das Niedrigenergiehaus. Dessen geringer Verbrauch beruht im Wesentlichen auf guter Dämmung und Isolierung sowie der Nutzung von natürlichen Energiequellen wie Solar und Erdwärme. Alle weiteren Standards – vom Dreiliterhaus über das Passivhaus bis hin zum Nullenergie- und Plusenergiehaus – zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Energiespar-Anspruch durch weitere Maßnahmen noch höher schrauben.

Energiekunden werden zu Energieproduzenten

Das Plusenergiehaus schließlich vereint die Eigenschaften der genannten Energieeffizienz-Standards so konsequent, dass es im Laufe eines Jahres sogar mehr Energie generiert, als der Haushalt insgesamt verbraucht. Diese Komponenten machen es zu einem kleinen Energiespar-Wunder:

  • Solaranlagen mit besonders großen Kollektorenflächen.
  • Geothermische Wärmepumpen, die dem Boden oder der Umgebungsluft Wärme entziehen.
  • Großflächige Fenster und Tageslichtspots, die ein Maximum an Sonnenlicht ins Haus lassen. Das senkt nicht nur den Bedarf für Kunstlicht und Strom, sondern spendet auch natürliche Wärme.
  • Eine effektive Lüftungsanlage, die die gewonnene Heizenergie gleichmäßig im ganzen Haus verteilt.
  • Ein Wärmetauscher, der dem Abwasser und der Abluft des Hauses vor Verlassen des Gebäudes die Restenergie entzieht. Auch die Abwärme von elektrischen Geräten wird aufgefangen und zur Erwärmung des Hausinneren verwendet.
  • Eine Anordnung von Räumen und Fenstern, durch die einmal zugeführte Energie effizient im Haus gehalten wird. Der ganze Zuschnitt der Räume und Fenster (durchgängig dreifachverglast) dient dieser konsequenten Wärmegewinnung und -Speicherung.

Den überflüssigen Strom speist der Eigentümer ins öffentliche Netz ein, lässt ihn sich vergüten und macht damit unterm Strich seiner Energierechnung sogar noch Gewinn. Lange galt das Plusenergiehaus als Ausnahme und technisches Highlight. Aber das wird sich nach Einschätzung vieler Experten bald ändern. Denn seine Technik ist zwar ausgeklügelt – aber sie ist auch immer leichter realisierbar.


Im Fokus: Intelligente Häuser

Sparen in neuen Dimensionen: im intelligenten Energiesparhaus

Ein bislang ungeahntes Energiespar-Potenzial wird greifbar, wenn das Energieeffizienzhaus in Zukunft zu einem „Smart Home“ (engl. „intelligentes Haus“) vernetzt wird. Herzstück und Gehirn dieser intelligenten Energiesparhäuser werden digitale Stromzähler der neuen Generation sein, die alle technischen Geräte und die gesamte energetische Infrastruktur harmonisieren. Das wirkt sich nicht nur auf die Umwelt und den Geldbeutel äußerst angenehm aus, sondern auch aufs tägliche Leben. 

Ein kleiner Ausblick auf die Wohnwelt von morgen gefällig?

Ihr Haus ist immer wohltemperiert. Im Sommer öffnen sich Fenster frühmorgens automatisch, um kühle Außenluft reinzulassen und die Temperatur zu senken. Automatische Jalousien spenden in der heißen Mittagszeit angenehmen Schatten. Im Winter erkennen Sensoren offene Fenster oder ungenutzte Räume und drehen den Heizkörper niedriger. Alles ist auf Komfort und Energiesparen gleichermaßen ausgerichtet: Haushaltsgeräte mit hohem Stromverbrauch, die Sie nicht unbedingt sofort benötigen, springen erst zu günstigen Tarifzeiten frühmorgens oder spätabends an. Per Smartphone regeln sie die Heizung erst kurz bevor Sie nach Hause kommen hoch, statt den ganzen Tag zu heizen, um es abends warm zu haben. Dass Sie ein Fenster offen gelassen haben könnten, darüber müssen Sie sich keine Sorgen mehr machen – die schließen sich automatisch, wenn man das Haus verlässt – oder ferngesteuert von Ihrem Smartphone aus. Darüber sind alle Infos zum Haus jederzeit abrufbar und viele Funktionen steuerbar. Das meiste funktioniert ohnehin automatisch – wodurch der Energieüberschuss noch größer, und das Plus auf der Energierechnung noch fetter sein wird.

Mit heutigen Technologien bereits möglich

Ein Haus, das so klug mitdenkt und mithandelt, klingt nach Zukunftsmusik. Es ist aber bereits mit den heutigen Technologien machbar. In den Anfängen ist es schon zu erkennen: Schon heute erhalten Besitzer eines digitalen Stromzählers genauere Informationen über ihren jeweils aktuellen Stromverbrauch und können dadurch gezielter Energiesparmaßnahmen treffen. 

 

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