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Susanne Meyer-Wilpert

Und wie ist es, wenn wirklich mal etwas passiert? - Traumrad gestohlen

Reportage: Von seinem ersten Gehalt erfüllt sich Michael R. einen lang gehegten Wunsch: endlich ein hochwertiges Trekkingrad. Er tut alles dafür, dass sein bestes Stück nicht abhanden kommt. Doch er muss erkennen: Absolute Sicherheit gibt es nicht.

So etwas passiert einem, wenn überhaupt, nur einmal. Und dann hoffentlich nie wieder. Michael R. ist 27 Jahre alt. Jeden Morgen fährt er mit seinem Trekkingrad zur Arbeit und abends zurück – Sommer wie Winter. Das Rad hat er sich für 1.400 EUR von seinem ersten Gehalt geleistet. Für jemanden, der gerade sein Studium beendet und den ersten Job angetreten hat, ist das eine Menge Geld.

Eine Investition: Nimm etwas Vernünftiges

„Ich fahre mit meinem Rad nicht nur zur Arbeit, sondern bin auch am Wochenende immer damit unterwegs. Mache Touren ins Umland oder durch Wälder hier in der Nähe“, erzählt Michael R. „Also dachte ich: Nimm etwas Vernünftiges, jetzt hast du ja ein bisschen Geld verdient, das ist eine Investition.“ Dass man solch ein Rad nicht einfach so herumstehen lässt, ist klar.

Beinahe sei er etwas paranoid geworden

Michael R. kaufte ein extrem stabiles Fahrradschloss für fast 100 EUR. Nie ließ er das Rad unabgeschlossen. Und nicht nur das. Er schloss es an unverrückbare Laternen, Zäune oder Fahrradständer. Zu oft hatten Freunde ihre Räder einfach nur so abgeschlossen – und dann wurden sie doch geklaut, weil sie jemand nachts weggetragen hatte, um dann in Ruhe das Schloss zu knacken.  „Während der Arbeit habe ich das Rad immer bei uns in der Firmenparkgarage an die Metallständer gekettet“, sagt R. Beinahe sei er etwas paranoid geworden. Nicht einmal im Innenhof seiner Mietwohnung wollte er das Rad nachts stehen lassen. Also fragte er im Freundeskreis nach, wer eine Bohrmaschine habe. Vier Dübel in die Wand, zwei massive Metallhaken reingeschraubt, fertig war die Fahrradhalterung für den Flur in seiner Wohnung.

Dann kam die große Ernüchterung

Als er von einem Besuch seiner Schwester in München zurückkehrte, kam die Ernüchterung: In seine Wohnung war eingebrochen worden. Nur zwei Tage hatte er sein Rad aus den Augen gelassen – um es nie wiedersehen zu können. Der Dieb muss in Eile gewesen sein. Er konnte ja auch nicht wissen, dass der Bewohner das ganze Wochenende verreist war. Das Rad und der DVD-Player fehlten; den MP3-Spieler auf dem unaufgeräumten Schreibtisch übersah er. Glücklicherweise hatte Michael R. seinen Laptop mitgenommen. Auch wenn ihm selbst nichts passiert ist, bleibt bei Michael R. ein mulmiges Gefühl: „Toll fühlt man sich nicht, wenn man weiß, dass ein Fremder in den eigenen Sachen gestöbert hat. Aber im Nachhinein bin ich heilfroh, nicht zu Hause gewesen zu sein. Wer weiß, was dann noch passiert wäre. Und wie ich mein nächstes Rad schützen werde – da denke ich mir noch was ganz Besonderes aus.“ 


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