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Susi

Was kann ich aus den Erfahrungen anderer lernen? - Viel Geld mit Aktien verloren

Ich dachte, ich kann das selbst.

Nach einer ersten schlechten Erfahrung in den 80er Jahren stieg der Unternehmer auf dem Höhepunkt der „New Economy“-Blase nochmal an der Börse ein. Und verlor binnen weniger Jahre alles, was er eingesetzt hatte.

Ein erstes Mal bin ich in den 80er Jahren mit Aktien auf die Nase gefallen. Ich hatte nach einem Motorradunfall 20.000 Mark Schmerzensgeld bekommen, die mein Vater für mich angelegt hat, eher konservativ in Bayer-Aktien. Mir ging es damit nicht schnell genug voran, und als der Mann von der Bank mir Optionsscheine empfahl, ließ ich mich darauf ein – ohne zu verstehen, was das ist. Einige Monate später hatte ich mein Geld verloren.

Im Zuge der allgemeinen New-Economy-Begeisterung bin ich in den 90er Jahren nochmal schwach geworden. Ich bin Ende 1999 eingestiegen, also kurz vor dem Börsenhoch von April 2000. Würde ich nie wieder tun. Damals war es aber so, dass mein Nachbar ein paar Jahre zuvor ein kleines Erbe an der Börse investiert hatte, vielleicht so um die 150.000 Mark. Das hat sich vermehrt und vermehrt und vermehrt, ich konnte es kaum glauben. Dazu muss man sagen, dass mein Nachbar wirklich ein netter Kerl ist, aber ich nicht finde, dass er in Finanzfragen kompetenter ist als ich. Und der Typ zieht so einfach an mir vorbei?

Mit sechsstelliger Summe eingestiegen

Also bin ich auch eingestiegen. Habe in etwa die gleichen Aktien gekauft wie mein Nachbar. Zum Beispiel von Softbank, einem IT-Unternehmen aus Japan, das an Nokia und Yahoo beteiligt war. Ich habe in zwei bis drei Tranchen angelegt, eine sechsstellige Summe. Binnen weniger Monate, bis April 2000, hatte ich rund zwanzig Prozent Gewinn gemacht. Ich wollte da aber noch nicht verkaufen, weil damals die Regel galt, dass man seine Aktien mindestens ein Jahr halten muss, um den Verkaufsgewinn nicht versteuern zu müssen.

Im Laufe der Zeit hat die Gier überhand genommen. Ich wollte den Hebel vergrößern und bin noch einmal auf Optionsscheine umgestiegen. Mit denen habe ich auf steigende Euro-Kurse gewettet. Damit war alles, was ich Ende 2000 noch flüssig hatte, dort investiert. Eine Weile lief es gut. Aber dann kamen der 11. September und der Golfkrieg und es ging stetig bergab.

Gott sei Dank hatte ich noch eine Eigentumswohnung in Hamburg, außerdem einige Schiffsbeteiligungen. Obwohl sich in dem Bereich ja auch viele Leute eine blutige Nase geholt haben. Ich jedenfalls hatte innerhalb von fünf Jahren mein ganzes Geld verzockt. Das war mir eine Lehre. Heute investiere ich nicht mehr auf eigene Faust und würde das auch keinem raten. Ich habe mir einen Berater gesucht, der sich auskennt mit Anlagemöglichkeiten. Das ist ja schließlich sein Job.


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