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Susi

Was kann ich aus den Erfahrungen anderer lernen? - Anlage in Kunst

Anlagen nach Geschmack.

Mit Kunstwerken muss man sich wohlfühlen, findet die Sammlerin Petra K. Angefangen zu sammeln hat sie vor gut zwanzig Jahren während ihres Kunststudiums in New York. Verkauft hat sie bislang nie etwas.

Das Sammeln ist eigentlich zu mir gekommen, nicht umgekehrt. Ich habe in den 90er Jahren Kunst und Fotografie am Hunter College in New York studiert. Damals haben wir im Abschlussjahr eine sogenannte Print Suite gemacht:
14 Studienkollegen und ich haben uns zusammengetan und jeweils 15 Prints von einer unserer Arbeiten gemacht, so dass jeder mit seinem eigenen und einem Abzug der anderen Arbeiten nach Hause gegangen ist. Damit fing es an, die Arbeiten habe ich alle noch. Sie sind der Grundstock meiner Sammlung, die mittlerweile auf etwa fünfzig Werke angewachsen ist.

Um Kunst zu kaufen, hatten wir als Studenten gar kein Geld. Als ich das erste Mal ein Werk gekauft habe, war ich – nach zehn Jahren New York – schon in Deutschland zurück. Damals habe ich angefangen, die Leute im Kunstbetrieb hier kennenzulernen und auch hier auszustellen. Alle Arbeiten in meiner Sammlung sind auf Papier. Hauptsächlich Fotos, aber auch Lithografien und Siebdrucke. Keine Malerei. Ich finde es gut, wenn man mit Kunst leben kann und das geht besser mit kleinen Werken, die kann man an der Wand besser umhängen und variieren. 

Eine smarte Geldanlage ist das nicht

Ich mag die Werke, die ich habe, weil sie etwas auslösen in mir. Unter dem Gesichtspunkt der Geldanlage ist das nicht besonders smart, das ist mir schon klar. Da müsste man andere Künstler sammeln, Leute, die schon einen gewissen Status haben, bei denen man davon ausgehen kann, dass etwas aus ihnen wird. Aber da schaust du die Werke ganz anders an, das ist nicht in meinem Interesse. Trotzdem habe ich Arbeiten in meiner Sammlung, die im Wert gestiegen sind, teils um das Dreifache.

Das teuerste, was ich je gekauft habe, war die Arbeit eines japanischen Fotografen auf der Art Basel. Ein Tunnelmotiv, aufgenommen mit einer Großbildkamera, sehr handwerklich, sehr subtil. Vor ein paar Jahren rief mich ein Galerist an und bot mir das Doppelte dafür. Aber ich mag die Arbeit und wollte sie nicht hergeben. Mittlerweile ist sie weiter im Wert gestiegen, und vielleicht würde ich sogar drüber nachdenken, wenn heute jemand darauf bieten würde – aber nur, um in etwas Neues zu investieren.

Fotobücher sind der neue Sammeltrend

Ich schaue mir viele Arbeiten an, in Galerien und Museen, ich lese Kunstzeitschriften, ich bekomme mit, was auf Auktionen läuft – aber mich interessiert dabei wie gesagt weniger die Wertsteigerung als die Werke an sich. In letzter Zeit habe ich allerdings öfter Fotobücher gekauft, da gehen die Preise gerade hoch. Da ist so ein Buch bei einer Auktion dann mit einem Mal ein paar hundert Euro wert, zumal wenn es nur wenige Exemplare gibt oder sie vom Künstler signiert sind.

Von den Arbeiten in meiner Sammlung habe ich bislang keine verkauft. Aber vielleicht probiere ich es irgendwann einmal mit den Fotobüchern. Mit denen verbinde ich weniger, da macht es mir weniger aus, eines wieder herzugeben.


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