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Susi

Warum ist es Zeit, offen über Geld zu reden? Vier Menschen erzählen

Viele Sparer sind verunsichert und fragen sich, wie sich die Finanzkrise und die niedrigen Zinsen auf ihr Vermögen auswirken. Deshalb ist die Devise „Über Geld spricht man nicht“ überholt: Das Gespräch mit einem guten Berater hilft, sich einen Überblick über die neue Realität zu verschaffen – und ein Vermögen entsprechend anzulegen. Vier Menschen erzählen, welche Sorgen ihnen die Kapitalanlage heute macht.


Alexander F. (35 Jahre), Bäckermeister, Uelzen

„Ein Festgeldkonto schien mir damals eine gute Sache zu sein.“ 

Sie haben 50.000 EUR geerbt – was werden Sie damit anfangen? 
Die Erbschaft ist schon zwei Jahre her. Damals habe ich das Geld auf einem Festgeldkonto geparkt – bis mir etwas Besseres einfällt. Das schien mir damals eine sichere Sache zu sein.

Haben Sie das Gefühl nicht mehr?
Wenn man die ganzen Berichte über die niedrigen Zinsen liest, könnte ich mir Besseres vorstellen.

Woran denken Sie?
Ich möchte einen Großteil des Geldes in Fonds anlegen. Ich finde den Markt dort aber sehr unübersichtlich. Deshalb werde ich mir einen Berater suchen, um die richtigen auszuwählen. Alleine auf den Kapitalmarkt – das finde ich zu gefährlich.


Uta S., 46 Jahre, Reporterin, München

„Warum ich nicht besser anlege? Weil ich nicht abschätzen kann, was besser ist.“ 

Sie sind Anfang 2013 von Ihrem langjährigen Arbeitgeber abgefunden worden. Wie haben Sie das Geld angelegt? 
Bislang habe ich das Geld auf einem Tagesgeldkonto geparkt, was natürlich blödsinnig ist, weil es da langfristig von der Inflation aufgefressen wird.

Wieso legen Sie es nicht besser an?
Weil ich nicht abschätzen kann, was besser ist. Auf einem überhitzten Markt wie München brauche ich mir jetzt zum Beispiel keine Immobilie kaufen. Außerdem wäre das Geld dann erstmal „weg“ – vielleicht könnte ich es aber in einem Jahr gut brauchen, etwa falls ich umschule und was ganz Neues anfange.

Was haben Sie also vor?
Mein Geld spricht zu mir: „Spar mich!“, sagt es, und ich verfalle in eine Art Schockstarre und wage kaum noch, ins Kino zu gehen. Andererseits verführt soviel Geld auf der hohen Kante dazu, sich gerade doch mal was zu gönnen. Ich weiß es nicht. Manchmal denke ich, ich kaufe mir einfach ein Haus im Süden, wo ich dann jedes Jahr einen Monat lang abtauchen kann. Dann habe ich wenigstens etwas Greifbares von dem Geld.


Nathalie und Jochen M. (61 und 65 Jahre), Rentner, Karlsruhe

„Wir splitten unsere Anlagen: Ein Teil geht in eine private Rente, ein Teil ist für die Kinder.“

Sie bekommen im nächsten Jahr 83.000 EUR aus Ihrer Lebensversicherung ausbezahlt – was machen Sie damit?
Jochen:
Vor allem brauchen wir etwas Sicheres, denn das Geld soll uns dazu dienen, in den kommenden Jahren unsere gesetzliche Rente aufzustocken.

Sie könnten das Geld in eine Sofortrente investieren.
Nathalie: Genau, an so etwas denken wir auch. Für Aktien oder andere riskante Anlageformen sind wir zu alt. Jüngere Leute können Kursschwankungen aussitzen, die Zeit haben wir nicht mehr.
Jochen: Größere Anschaffungen haben wir nicht geplant, deshalb brauchen wir das Geld nicht dringend jetzt gleich. Deshalb überlegen wir, einen Teil als lebenslange Sofortrente anzulegen.

Was soll mit dem Rest geschehen?
Nathalie:
Etwa die Hälfte der Auszahlungssumme würden wir gern unseren beiden Kindern zukommen lassen. Wir informieren uns gerade, was da am günstigsten ist – auch, mit welchem Modell wir steuerlich am Besten wegkommen.
Jochen: Die Freibeträge bei Schenkungen von Eltern an ihre Kinder sind zwar recht groß. Aber der Nachteil einer Schenkung ist, dass das Geld für uns weg ist. Und dass wir dann womöglich unseren Kindern auf der Tasche liegen, wenn wir krank oder pflegebedürftig werden. Das wollen wir auf keinen Fall. Deshalb wäre eine Anlage gut, von der unsere Kinder einmal profitieren, auf die wir aber im Notfall noch zugreifen können.


Rosmarie G. (64 Jahre), Unternehmerin, Bielefeld

„Für mich alleine ist das Haus zu groß. Ich möchte es verkaufen, weiß aber nicht, wie ich den Erlös anlegen soll.“

Seit Ihr Mann gestorben ist, leben Sie alleine in Ihrem großen Haus. Wieso investieren Sie den Erlös nicht in eine Eigentumswohnung?
Einen Teil des Geldes sollen meine Kinder bekommen. Was für mich übrig bleibt, wird dann wohl zu wenig sein, um es in einer Immobilie anzulegen. Außerdem ist mir wichtig, dass ich finanziell flexibel bleibe.

Flexibel wozu?
Ich will auch weiterhin mal in den Urlaub fahren oder meinen Enkeln etwas Schönes kaufen können. Außerdem: Was ist, wenn ich mal Pflege brauche? Dann muss ich doch flüssig sein. Deswegen möchte ich mir nicht wieder eine Immobilie ans Bein binden. Wohneigentum ist immer auch eine Belastung. Andererseits – einfach aufs Konto legen möchte ich das Geld auch nicht.

Haben Sie Sorge, alles auszugeben?
Nein, ich kann mein Geld schon zusammenhalten. Aber die niedrigen Zinsen machen mir Sorgen, denn eine gute Rendite ist mir bei meiner Geldanlage schon wichtig.

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