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Susi

Was kann ich aus den Erfahrungen anderer lernen? Vermögen ist mehr als bloß Geld

Dass Vermögen mit finanziellen Werten in Zusammenhang gebracht wird, ist relativ neu. Früher bezog sich der Begriff auf Fähigkeiten – etwas „vermögen“ im Sinne von können. Unsere Erfahrungen, unsere Gesundheit und unser Wille sind wichtige Bestandteile unseres Vermögens, sagt der Soziologe Thomas Druyen. 

Wer heutzutage an Vermögen denkt, denkt an etwas Materielles. An Geld, Besitz oder an zukünftige Verfügungsmöglichkeiten. Das ist zwar richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Denn über Jahrtausende war mit Vermögen vor allem unser Können und unsere Fähigkeiten gemeint und nicht das, was wir besitzen.

Ein bedeutender Vertreter dieser Ansicht war der griechische Philosoph Aristoteles (384 – 322 v. Chr.). Ihm zufolge konnte nur derjenige sein Vermögen wirklich besitzen, der es in Gebrauch nahm, der es ausübte. Vermögen war für ihn eher eine besondere Eigenschaft als bloßer Besitz. Diese Eigenschaft befähigt die Menschen, sich selbst und andere zu verändern und über sich selbst zu bestimmen. Zusammengefasst könnte man also sagen: Vermögen ist nicht nur das, was wir haben, sondern auch das, was wir sind. Deshalb sind individuelle Werte, unsere Erfahrungen, unsere Lebensplanungen, unsere Talente, unsere Solidarität und unsere Zuneigung wichtige Bestandteile unseres Vermögens.

Vermögen ist nicht nur das, was wir haben, sondern immer auch das, was wir sind.

Wie aber baut man ein solches Vermögen auf? Eine Schlüsselrolle spielt der Gedanke der Entwicklung: Bildung, Weiterbildung, lebenslanges Lernen und eben das zu tun, was man kann, sind Teile des Vermögens und tragen zu seiner fortwährenden Entwicklung bei. An diesen Gedanken und Ideen können wir ablesen, dass Vermögen nicht nur das Privileg einer Elite oder ein rein materielles Ziel ist. Vermögen ist mehr, es ist ein Kernbestandteil des Menschlichen und etwas sehr Zukunftsträchtiges. Je mehr Menschen wir in die Lage versetzen, ihr persönliches Vermögen zu verwirklichen, desto mehr werden die Fundamente des Zusammenhalts in der gesamten Gesellschaft gestärkt.

Natürlich sind Vermögen, im materiellen wie im immateriellen Sinne, unterschiedlich groß. Aber nicht der Umfang allein entscheidet. Genauso wichtig ist, wie wir unser Vermögen umsetzen. Zwar hat die Größe des Vermögens eine wesentliche Tragweite. Sie sollte aber an der wahrgenommenen Verantwortung bemessen werden. Denn Vermögen können dafür sorgen, dass verschiedene Milieus der Gesellschaft zusammenfinden. Heißt: Wer sein Vermögen für die gesamte Gemeinschaft nutzbar macht, hilft dabei, uns alle näher zusammenzubringen.

 "Vermögend" ist, wer Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt 

Ich unterscheide in meiner Arbeit im Übrigen zwischen Reichen, die sich nur um sich selbst kümmern, und Vermögenden, die etwas Gutes für die Gesellschaft tun. „Vermögend“ ist damit wie eine Auszeichnung für jemanden, der Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt. Und Vermögen hat eine weitere Dimension, gerade vor dem Hintergrund, dass wir alle immer länger leben: Auch Vorsorge, dieses „Für- sich-Sorgen“, ist Teil unseres Vermögens. Uns selbst in diesem Gestaltungsprozess als Vermögen zu betrachten, ist kein Taschenspielertrick. Es ist der Ausgangspunkt, um uns zu orientieren. Insofern ist es unerlässlich, die Vielschichtigkeit des Begriffs „Vermögen“ zu berücksichtigen: Man hat Vermögen – und man hat das Vermögen, etwas damit zu tun. 


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