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Jennifer Margraf

Was kann mir passieren? - Rechtsstreit mit Radfahrer

Als Unfallopfer leer ausgegangen.

Hamburg, eine Kreuzung, die Autofahrer haben Rot. Susanne K. steht mit ihrem Wagen auf der dreispurigen Straße in der Mitte, links neben ihr ein Lastwagen, rechts ein anderer Pkw. Die Ampel schaltet auf Grün, Susanne K. fährt an – und in der nächsten Sekunde rammt sie von links ein Radfahrer, der die rote Fußgängerampel missachtet hat.

„Es hat gekracht, dann ist er über die Kühlerhaube gerutscht“, sagt die 61-jährige Beamtin. Zum Glück bekommt der Radfahrer nur ein paar Schrammen ab.„Vermutlich war ihm schon klar, dass er selber Schuld hatte, denn er wollte gleich davonfahren.“ Ein Fußgänger ruft die Polizei, die Beamten nehmen den Schaden auf. Der Lastwagenfahrer und ein Fußgänger geben zu Protokoll, dass der Radfahrer bei Rot über die Fußgängerampel gerast ist – Susanne K. hatte ihn zudem nicht sehen können, weil der Lastwagen ihre Sicht verdeckt hatte. Alles scheint eindeutig. „Wenige Tage später hatte ich einen Brief von meiner Versicherung im Briefkasten. Es hatte sich herausgestellt, dass der Radfahrer unversichert war, deshalb sollte ich die in meiner Vollkasko vereinbarte Selbstbeteiligung von 300 EUR zahlen“, sagt Susanne K. 

„Weil wir eine Rechtsschutzversicherung haben, haben wir einen Anwalt gefragt, und der riet uns, das anzufechten.“ Heute weiß sie, dass sie sich damit nur zusätzlichen Ärger eingehandelt hat. Denn vor Gericht versucht der Radfahrer den Spieß umzudrehen: Nicht er sei Schuld, sondern Susanne K., und darum müsse sie ihm Schmerzensgeld zahlen. „Da ist man sprachlos.“ Vor Gericht sagen die Zeugen vom Unfallort aus, und Susanne K. bekommt Recht. Allerdings trägt sie eine Teilschuld von 25 Prozent, weil sie nicht hätte losfahren dürfen, solange sie keine ausreichende Sicht hatte. Und dann stellt sich heraus, dass der Radfahrer nicht nur unversichert, sondern auch in finanziellen Schwierigkeiten ist und nicht zahlen kann. So bleibt Susanne K. auf den 300 EUR Selbstbeteiligung nun doch sitzen. „Zum Glück bin ich vollkaskoversichert, sonst hätte ich ein paar Tausend EUR aus eigener Tasche bezahlen müssen.“


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