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Jennifer

Damit der Verkehr auch in Zukunft fließt

Die Deutschen wollen immer mobiler sein. Bedeutet das noch mehr Stau? Nicht zwangsläufig. Der Verkehrsexperte Gerd-Axel-Ahrens zeigt, wie wir weiterhin alle Ziele erreichen. 

Es ist voll geworden. Aber ein Ausbau des Straßennetzes hilft nicht mehr.

In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Fahrzeuge kontinuierlich gestiegen – ebenso die gefahrenen Kilometer vor allem auf den Fernstraßen. Das Straßennetz und vor allem die entscheidendere Leistungsfähigkeit von Knotenpunkten ist aber nicht entsprechend gewachsen. Der Individualverkehr kommt oft zum Stehen: Stau.
Dieses Problem lässt sich jedoch nicht durch den Bau von noch mehr Straßen lösen. In der Vergangenheit zeigte sich, dass neu geschaffene Kapazitäten bald wieder mit noch mehr Kfz-Verkehr „volllaufen“.

Was hilft: Verkehrsvermeidung durch eine intelligentere Wahl der Verkehrsmittel.

Bei den Kurzstrecken steckt das größte Potenzial für Veränderung: 60 Prozent aller Wege in den Städten sind kürzer als fünf Kilometer. Nichtsdestotrotz legen viele Menschen diese Strecke mit dem Auto zurück. Dabei haben diese Wege die perfekte Länge für das Fahrrad.
Berücksichtigt man die Parkplatzsuche, ist es auf dieser Distanz deutlich schneller. Auch zeigt sich, dass bei kürzerem Weg Mann und Frau sogar zu Fuß schneller sind. Gefragt ist deshalb in Zukunft ein „multimodales Verkehrsverhalten“: In jeder Situation die Fortbewegungsart wählen, die für den jeweiligen Weg am besten geeignet ist. Das kann das Auto sein, aber auch der Bus, die Bahn, das Fahrrad oder die eigenen Füße. So kann die Mobilität im Nahbereich effektiver, staufreier und weniger belastend werden.

Aus demografischen Gründen wird sich die Lage auf unseren Straßen in Zukunft wieder etwas entspannen.

Das Durchschnittsalter der Deutschen steigt. Bald werden vierzig Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Dieser demografische Wandel bewirkt, dass der Autoverkehr in Deutschlands Städten langfristig wieder zurückgeht. Ein 70-Jähriger legt im Schnitt nur noch halb so viel Wege und Kilometer zurück wie ein 40-Jähriger. Was den Rückgang des Verkehrsaufkommens zusätzlich verstärkt, sind die steigenden Kosten – von der Anschaffung über den Unterhalt und die Benzinkosten bis hin zu den Parkgebühren sowie ein Verhaltens- und Wertewandel vor allem bei den jungen Erwachsenen.

Neue Konzepte wie Carsharing könnten den Verkehr zusätzlich entlasten.

Das bislang ökologisch orientierte Konzept des „Carsharing“ wird zunehmend ein Mainstream-Trend. Große Hersteller haben das erkannt und setzen darauf mit Angeboten wie „DriveNow“ und „Car2Go“. Besonders bei jungen Leuten findet gerade eine Revolution statt. Für sie heißt individuelle Mobilität nicht mehr zwangsläufig „eigenes Auto“. Sie bewegen sich anders, leben mit ihrem Smartphone und wollen Autos nur noch nutzen, wenn es Sinn macht. Für Automobilhersteller geht es in Zukunft deshalb weniger darum, Autos zu verkaufen. Das neue Produkt lautet: Beweglichkeit und Mobilität. Wenn man bedenkt, dass ein Carsharing-Auto sechs bis sieben Privatautos ersetzt, dann könnten wir bald deutlich weniger Autos auf unseren Straßen haben. Aus bislang ineffektiv genutzten privaten „Stehzeugen“ werden effektiv gebrauchte „Fahrzeuge“.

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    Her damit
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