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Gelöschter Nutzer

Kann ich angespartes Kapital vom Riester Vertrag zum Kauf eines Hauses nutzen?

Wir wollen ein Haus kaufen und brauchen dafür noch mehr Eigenkapital - wir dachten erst daran unsere Riester Verträge zu kündigen. Jetzt hörten wir das es möglich sein soll das angesparte Kapital samt Zulagen zum Hauskauf zu nutzen. Ist dem wirklich so und wie läuft das dann ab? Wird der Vertrag dann aufgelöst oder können die zukünftigen Zulagen auch weiterhin beantragt und zur Tilgung mit eingesetzt werden - wenn man den Vertrag weiter gespart?
Wie schnell kommt man an das Guthaben - wenn es möglich ist es als Eigenkapital zum Hauskauf zu nutzen? Hat Jemand damit schon Erfahrung gemacht?

Richtige Antwort
2015-08-24T06:33:20Z
  • Allianz hilft
  • Montag, 24.08.2015 um 08:33 Uhr
Guten Morgen Berchris,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

Im Forum wurde bereits eine ähnliche Frage gestellt und Gordon hat diese super beantwortet.

Schauen Sie mal hier:
https://forum.allianz.de/questions/riester-rente-zu-baufinanzierung

Natürlich auch vielen Dank an Herrn Dr. Henrich für Ihre Antwort und die zustäzlichen Informationen.

Liebe Grüße

Carolin

Hallo Berchris,

um Ihre Frage direkt zu beantworten: Ja, Sie können Ihre RiesterRente für den Kauf eines Hauses nutzen. Hierbei ist einiges zu beachten.

Ich habe dazu noch einige Informationen für Sie:
seit dem der Bundestag in 2008 das "Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge (Eigenheimgesetz - EigRentG) verabschiedet hat, ist es möglich gefördertes Kapital im Rahmen einer wohnwirtschaftlichen Entnahme zu verwenden.

Hierfür müssen seit 2014 folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Erwerb bzw. Herstellung einer selbstgenutzten Wohnimmobilie
- Entschuldung einer Wohnung
- Einkauf in Alten
- und Pflegeheime
- Zum Umbau zur Reduzierung von Barrieren in oder an einer selbstgenutzten Wohnung (nach DIN-NORM 18040)
- Zum Erwerb von Genossenschaftspflichtanteilen

Der Kauf/Erwerb bzw. die Herstellung/Fertigstellung muss nach dem 31.12.2007 erfolgt sein.

Zu Beginn der Auszahlungsphase können Sie auch bestehende Darlehen tilgen für Wohnimmobilien, die vor 2008 erworben oder hergestellt wurden.

Nicht gefördert werden Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Für eine zulagenunschädliche Entnahme müssen mindestens 3.000 EUR an Altersvorsorgevermögen im Vertrag enthalten sein. Hier wird dann zwischen einer Teilentnahme und einer Entnahme des vollständigen Kapitals unterschieden.

Bei einer Teilentnahme müssen nicht nur 3.000 Euro an Altersvorsorgevermögen aus dem Vertrag entnommen werden, sondern auch 3.000 Euro gefördertes Altersvermögen im Vertrag verbleiben. Das heißt, es müssen mindestens 6.000 Euro Altersvorsorgevermögen im Vertrag angespart sein.

Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, das gesamte Altersvorsorgevermögen zu entnehmen. Die zulagenunschädliche Entnahme muss auch hier mindestens 3.000 Euro betragen. Bei der Berechnung des Mindestauszahlungsbetrages kann aber sowohl gefördertes, als auch ungefördertes Kapital berücksichtigt werden.

Über die ZfA (Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen) können Sie die Höhe der maximal möglichen Entnahme erfahren. Sie ermittelt den Betrag anhand der von Ihnen vorgelegten Dokumente wie zum Beispiel dem Kaufvertrag der Immobilie.

Noch ein kleiner Tipp von mir zum Thema Steuern bei einer wohnwirtschaftlichen Entnahme:

Da für Entnahmen aus RiesterRenten keine Renten mehr fällig werden können, wird ein fiktives Konto - das "Wohnförderkonto" gebildet und von der ZfA verwaltet. In diesem Konto wird der von Ihnen entnommene Betrag und die Zulagen erfasst und jährlich mit 2% verzinst. Nach Übergang in die Rentenphase (Beginn der Auszahlphase) wird der bis dahin aufgelaufene Betrag des Wohnförderkontos zur Ermittlung der Steuer herangezogen.

Zum Beginn der Auszahlphase stehen Ihnen dann für die Besteuerung zwei Möglichkeiten zur Wahl:

Laufende Besteuerung:
Auf den Betrag des Wohnförderkontos werden bis zum 85. Lebensjahr Steuern in jährlichen Beiträgen mit dem jeweiligen individuellen Steuersatz (z.B. 25%) gezahlt.

Beispiel:
Entnahme aus der RiesterRente 10 Jahre vor Ablauf (zum 67. Lebensjahr)
Höhe Wohnförderkonto: 20.000 EUR x
Verzinsung (angenommen jährlich 2%) =
Wohnförderkonto zu Beginn Auszahlphase = 23.900 EUR
23.900 EUR / 18 Jahre = 1.327 x 25% individueller Steuersatz = 331,75 EUR
(gesamt bis zum 85. Lebensjahr = 5.971,50 EUR)

Einmalbesteuerung:
Der Rentner muss 70% des Kapitals auf dem Wohnförderkonto sofort mit seinem individuellen Steuersatz (z. B. 25%) versteuern und verpflichtet sich, die Immobilie 20 Jahre in seinem Besitz zu halten.

Beispiel:
Höhe Wohnförderkonto: 20.000 EUR x Verzinsung (angenommen jährlich 2%) =
Wohnförderkonto zu Beginn Auszahlphase = 23.900 EUR
23.900 EUR / 70 % = 16.730 EUR / 25 % persönlicher Steuersatz = 4.185,50 EUR.

Ich hoffe,
ich konnte Ihre Fragen beantworten.

Viele Grüße, Angie
Wie hilfreich finden Sie diese Antwort?
2 Kommentare
2015-08-23T09:15:09Z
  • Sonntag, 23.08.2015 um 11:15 Uhr
Hallo Berchris,

vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrer Frage an Allianz hilft wenden. Sie haben von der Allianz seinerzeit eine Zusage für ein Allianz RiesterDarlehn erhalten. Im gegensatz zum WohnRiester wird hier das Kapital des Riestervertrages nicht angerührt. Sie bekommen auf die vierfache Summe der eingezahlten Beiträge und gutgeschriebenen staatlichen Zulagen einen Konditionsvorteil von 0,5 % des Darlehnszins.

z. B.: Sie haben in Ihrem Riestervertrag 10.000 Euro an Zulagen und Beiträgen. Sie möchten 200.000 Euro finanzieren, der Zinssatz Beträgt 2 %. SIe würden dann 40.000 Euro (4-fache Summe der Beiträge und Zulagen) für 1,5 % bekommen und die restlichen 160.000 Euro für 2 %. D.h. Ihr Zinssatz für die 200.000 Euro reduziert sich auf 1,9 %.
Es handelt sich in dem Beispiel lediglich um fiktive Konditionen. Für ein individuelles Fachmann sprechen Sie bitte Ihren Allianz-Fachmann vor Ort an. Weitere Informationen zur Allianz Baufinanzierung können Sie der Seite https://www.allianz.de/recht-und-eigentum/baufinanzierung/ entnehmen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Einen schönen Sonntag noch!

Mit freundlichem Gruß

Ihr

Dr. Christian Johannes Henrich
Richtige Antwort
2015-08-24T06:33:20Z
  • Allianz hilft
  • Montag, 24.08.2015 um 08:33 Uhr
Guten Morgen Berchris,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

Im Forum wurde bereits eine ähnliche Frage gestellt und Gordon hat diese super beantwortet.

Schauen Sie mal hier:
https://forum.allianz.de/questions/riester-rente-zu-baufinanzierung

Natürlich auch vielen Dank an Herrn Dr. Henrich für Ihre Antwort und die zustäzlichen Informationen.

Liebe Grüße

Carolin

Hallo Berchris,

um Ihre Frage direkt zu beantworten: Ja, Sie können Ihre RiesterRente für den Kauf eines Hauses nutzen. Hierbei ist einiges zu beachten.

Ich habe dazu noch einige Informationen für Sie:
seit dem der Bundestag in 2008 das "Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge (Eigenheimgesetz - EigRentG) verabschiedet hat, ist es möglich gefördertes Kapital im Rahmen einer wohnwirtschaftlichen Entnahme zu verwenden.

Hierfür müssen seit 2014 folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Erwerb bzw. Herstellung einer selbstgenutzten Wohnimmobilie
- Entschuldung einer Wohnung
- Einkauf in Alten
- und Pflegeheime
- Zum Umbau zur Reduzierung von Barrieren in oder an einer selbstgenutzten Wohnung (nach DIN-NORM 18040)
- Zum Erwerb von Genossenschaftspflichtanteilen

Der Kauf/Erwerb bzw. die Herstellung/Fertigstellung muss nach dem 31.12.2007 erfolgt sein.

Zu Beginn der Auszahlungsphase können Sie auch bestehende Darlehen tilgen für Wohnimmobilien, die vor 2008 erworben oder hergestellt wurden.

Nicht gefördert werden Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.

Für eine zulagenunschädliche Entnahme müssen mindestens 3.000 EUR an Altersvorsorgevermögen im Vertrag enthalten sein. Hier wird dann zwischen einer Teilentnahme und einer Entnahme des vollständigen Kapitals unterschieden.

Bei einer Teilentnahme müssen nicht nur 3.000 Euro an Altersvorsorgevermögen aus dem Vertrag entnommen werden, sondern auch 3.000 Euro gefördertes Altersvermögen im Vertrag verbleiben. Das heißt, es müssen mindestens 6.000 Euro Altersvorsorgevermögen im Vertrag angespart sein.

Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, das gesamte Altersvorsorgevermögen zu entnehmen. Die zulagenunschädliche Entnahme muss auch hier mindestens 3.000 Euro betragen. Bei der Berechnung des Mindestauszahlungsbetrages kann aber sowohl gefördertes, als auch ungefördertes Kapital berücksichtigt werden.

Über die ZfA (Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen) können Sie die Höhe der maximal möglichen Entnahme erfahren. Sie ermittelt den Betrag anhand der von Ihnen vorgelegten Dokumente wie zum Beispiel dem Kaufvertrag der Immobilie.

Noch ein kleiner Tipp von mir zum Thema Steuern bei einer wohnwirtschaftlichen Entnahme:

Da für Entnahmen aus RiesterRenten keine Renten mehr fällig werden können, wird ein fiktives Konto - das "Wohnförderkonto" gebildet und von der ZfA verwaltet. In diesem Konto wird der von Ihnen entnommene Betrag und die Zulagen erfasst und jährlich mit 2% verzinst. Nach Übergang in die Rentenphase (Beginn der Auszahlphase) wird der bis dahin aufgelaufene Betrag des Wohnförderkontos zur Ermittlung der Steuer herangezogen.

Zum Beginn der Auszahlphase stehen Ihnen dann für die Besteuerung zwei Möglichkeiten zur Wahl:

Laufende Besteuerung:
Auf den Betrag des Wohnförderkontos werden bis zum 85. Lebensjahr Steuern in jährlichen Beiträgen mit dem jeweiligen individuellen Steuersatz (z.B. 25%) gezahlt.

Beispiel:
Entnahme aus der RiesterRente 10 Jahre vor Ablauf (zum 67. Lebensjahr)
Höhe Wohnförderkonto: 20.000 EUR x
Verzinsung (angenommen jährlich 2%) =
Wohnförderkonto zu Beginn Auszahlphase = 23.900 EUR
23.900 EUR / 18 Jahre = 1.327 x 25% individueller Steuersatz = 331,75 EUR
(gesamt bis zum 85. Lebensjahr = 5.971,50 EUR)

Einmalbesteuerung:
Der Rentner muss 70% des Kapitals auf dem Wohnförderkonto sofort mit seinem individuellen Steuersatz (z. B. 25%) versteuern und verpflichtet sich, die Immobilie 20 Jahre in seinem Besitz zu halten.

Beispiel:
Höhe Wohnförderkonto: 20.000 EUR x Verzinsung (angenommen jährlich 2%) =
Wohnförderkonto zu Beginn Auszahlphase = 23.900 EUR
23.900 EUR / 70 % = 16.730 EUR / 25 % persönlicher Steuersatz = 4.185,50 EUR.

Ich hoffe,
ich konnte Ihre Fragen beantworten.

Viele Grüße, Angie
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