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Isabella Hartlaub

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich Pflege brauche?

Fakten: Wir werden immer älter und pflegebedürftiger.

Es ist ein Naturgesetz: Betagte Körper verlieren nun einmal an Spannkraft, alte Menschen bauen physisch und geistig ab. Den Alterungsprozess als solchen kann selbst die moderne Medizin nicht verhindern. Dank ihrer Segnungen steigt zwar die Lebenserwartung, aber es gibt eben auch immer mehr pflegebedürftige Menschen. Gute Vorsorge ist gefragt. 

So natürlich wie das Altern ist es wohl, dass junge Menschen den Gedanken daran ganz gerne verdrängen. Wer mag sich in der Blüte seines Lebens schon ein Bild vom eigenen Lebensabend machen? Geschweige denn, sich selbst als einen Menschen vorstellen, der bei ganz normalen Alltagsverrichtungen wie Ankleiden, Körperpflege und Essen auf fremde Hilfe angewiesen ist? Und doch spricht die Statistik dafür, dass man sich mit diesem Thema beschäftigen sollte. Ein paar Zahlen:

Ab 80 Jahren 22,3 % Pflegewahrscheinlichkeit

Wie das Pflegerisiko bei jedem Einzelnen mit zunehmendem Alter steigt, verdeutlicht das Beispiel von Isabella K.: Die 76-Jährige hat eine Lebenserwartung von rund 88 Jahren. Nach aktueller Statistik liegt ihr Pflegerisiko ab 75 Jahren bei 10,7 %. Ab 80 Jahren liegt es bei 22,3 %, erhöht sich ab 85 Jahren auf 41,6 % und ab 90 Jahren sogar auf 66,7 %. Zum Vergleich läge für Herbert P. das Pflegerisiko ab 70 Jahren bei 4,7 %. Es steigt ab 75 Jahren auf 8,8 %, ab 80 Jahren auf 15,7 % und ab 85 Jahren auf 28,3 %. Anhand der Beispiele wird sichtbar, dass beim Pflegerisiko das Geschlecht eine Rolle spielt. Weitere Faktoren, die die Pflegewahrscheinlichkeit beeinflussen, sind das Körpergewicht sowie die individuelle Krankengeschichte. So weit die individuelle Pflege-wahrscheinlichkeit. Aber auch auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene sprechen die Zahlen dafür, dass man sich dieses Themas dringend annehmen sollte.

Fakten: Das Wichtigste ist eine gute Planung

Deutschland wird immer pflegebedürftiger

Zurzeit sind in Deutschland etwa 2,37 Millionen Menschen pflegebedürftig. Eine beträchtliche Zahl, die in den kommenden Jahren noch deutlich anwachsen dürfte. Denn die Zahl der Deutschen, die 60 Jahre oder älter werden, wird von 21 Millionen auf 28,6 Millionen im Jahr 2030 steigen. Allein die Zahl der 80-Jährigen wird sich in diesem Zeitraum von aktuell 4,1 Millionen auf etwa 6,4 Millionen Menschen erhöhen. Wer bedenkt, dass ab dem 80. Lebensjahr für viele Menschen die Mobilität deutlich abnimmt, ahnt, was das bedeutet. Wer älter als 90 Jahre wird, kommt dann in den meisten Fällen kaum noch ohne fremde Hilfe aus. Nach Rechnungen des Statistischen Bundesamts werden deshalb im Jahr 2030 rund 3,37 Millionen Deutsche auf Pflege angewiesen sein – etwa eine Million mehr als heute. 

Das Pflegerisiko:

Im Gegensatz zu Männern steigt bei Frauen die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden im hohen Alter rapide an.
Quelle: Statistisches Bundesamt

Gute Planung wird belohnt

„Du bist Deutschland“, lautete vor ein paar Jahren der Slogan einer Werbekampagne, mit der dem Land neuer Schwung und Initiativkraft gegeben werden sollte. Diese Feststellung ist auch im Hinblick auf die deutsche Bevölkerungsstatistik angesagt: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein heute junger Mensch in Deutschland später einmal pflegebedürftig wird, steigt rapide an. Insofern ist auch in puncto Pflegevorsorge Initiativkraft gefragt. Und zwar von jedem Einzelnen. Denn das System der staatlichen Pflegeversicherung ist nicht darauf ausgelegt, möglicherweise anfallende Pflegekosten vollumfänglich zu tragen. Private Vorsorge lautet die Lösung der Stunde. Was dabei hilft, die Verdrängung des Themas Altwerden und Pflege aufzugeben, ist nicht zuletzt die folgende, zentrale Erkenntnis: Gute Planung im jungen Alter wird mit einem Lebensabend belohnt, der trotz Pflegebedürftigkeit noch recht erfüllt sein kann.

 

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