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Isabella.

Was deckt die gesetzliche Pflegeversicherung ab, was nicht?

Pflege beinhaltet sehr viel mehr als die bloße Unterstützung eines Menschen bei Alltagsverrichtungen wie Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Nicht selten sind die Pfleger für die Pflegebedürftigen die einzig verbliebene Verbindung zur Welt. Und doch geht es immer auch um Geld.

Geld schafft die Grundlage, auf der Pflege organisiert werden kann. Aus diesem Grund gibt es die gesetzliche Pflegeversicherung. Doch die hat der Staat von Beginn an nur als Teilkostenversicherung konzipiert: Sie soll und kann nicht alle entstehenden Kosten tragen. Immer bleibt eine Versorgungslücke, die jeder selbst und am besten frühzeitig durch eine private Vorsorge ausgleicht.

Wer, wie, was, warum? - So funktionieren die Pflegestufen.

Gezahlt wird im Minutentakt: Als pflegebedürftig gelten alle Personen, die wegen Krankheit oder Behinderung mindestens 90 Minuten am Tag auf Hilfe angewiesen sind. Um Leistungen von der Pflegeversicherung zu beziehen, müssen sich pflegebedürftige Menschen bei ihrer Pflegeversicherung melden. Ein medizinischer Gutachter prüft, wie viel Hilfe für tägliche Verrichtungen wie Körperpflege, Ernährung oder Mobilität benötigt wird. Dafür werden Minutenwerte festgesetzt, nach denen sich die Pflegestufe richtet.

Pflegestufe 0

Diese Pflegestufe wurde für Menschen eingeführt, die in ihrer Alltagskompetenz dauerhaft erheblich eingeschränkt sind, aber noch nicht die Voraussetzungen für Pflegestufe I erfüllen. Sie richtet sich besonders nach Menschen mit Demenz, die Hilfe bei der Grundpflege und den hauswirtschaftlichen Versorgungen brauchen.


Pflegestufe I

Unter Pflegestufe I fallen Personen, die erheblich pflegebedürftig sind. Sie benötigen mindestens einmal täglich Hilfe bei zwei Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und mehrmals wöchentlich bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Erforderlicher Zeitaufwand sind mindestens 90 Minuten pro Tag.


Pflegestufe II

Schwer pflegebedürftige Personen benötigen mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität und zusätzlich mehrmals in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Für die Pflege sind mindestens drei Stunden täglich nötig.


Pflegestufe III

Die höchste Pflegestufe gilt für schwerstpflegebedürftige Personen, die täglich rund um die Uhr Hilfe bei Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und zusätzlich mehrfach in der Woche Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Als erforderlicher Zeitaufwand für die Hilfe werden pro Tag mindestens fünf Stunden angesetzt.


Das zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung

Die Höhe der Leistungen richtet sich nach der Pflegestufe und danach, ob Angehörige oder ein ambulanter Pflegedienst sich um den Pflegebedürftigen kümmern oder ob er stationär im Heim gepflegt wird.

Die geringste Zahlung beträgt in der Pflegestufe 0 (für Demenzkranke) derzeit 120 EUR monatlich, die höchste 1.550 EUR für Pflegestufe III. Daneben sind einmalige Leistungen möglich, etwa wenn die Wohnung im Pflegefall umgebaut wird. Sie sind gesondert zu beantragen. Für Demenzpatienten gibt es gegebenenfalls in Pflegestufe I und II bei ambulanter Pflege eine erhöhte Leistung.
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Wie entsteht eine Versorgungslücke?

Die abhängig von der Pflegestufe gezahlten Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung decken in den meisten Fällen nicht die vollständigen Kosten für die Pflege ab. In vielen Fällen entsteht dabei eine Lücke zwischen tatsächlichen Kosten für die Pflege und gesetzlicher Leistung, wie unsere Beispiele zeigen.

Ein Pflegeheimplatz kostet in unserem Rechenbeispiel ("Pflegestufe III") 3.250 EUR. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Höchstleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung mit 1.550 EUR monatlich. Die Versorgungslücke zwischen tatsächlichen Kosten und gesetzlicher Leistung (3.250 EUR bis 1.550 EUR) beträgt also 1.700 EUR. Wie an den Beispielen zu Pflegestufe I und II zu erkennen ist, summieren sich aber auch tägliche kleinere Beträge zu einem spürbaren monatlichen Kostenfaktor.

  Pflegestufe 0 Pflegestufe I Pflegestufe II Pflegestufe III
  Bsp.-Rechnung
Betreuung durch Pflegedienst
Bsp.-Rechnung
Pflege durch Angehörige*
Bsp.-Rechnung Ambulanter
Pflegedienst
Bsp.-Rechnung
Stationäre Pflege
Unterstützung
durch Ambulanten Pflegedienst
(5x wöchentlich)
Unterstützung
durch
Ambulanten
Pflegedienst
(5x wöchentlich)
540 EUR
Haushaltshilfe
(1x wöchentlich)
245 EUR

Student
(20 Std. monatlich)
240 EUR

Essen auf Rädern
(täglich)
215 EUR
Pflegekosten
1.040 EUR

Anfahrts- pauschale
6 - 20Uhr 
120 EUR

3 x Mahlzeiten tägl.
285 EUR

Putz- und Haushaltshilfe
705 EUR
Pflegekosten
2.280 EUR 

Unterkunft und Verpflegung
620 EUR

Investitions-kosten
350 EUR
Kosten monatl. insgesamt 540 EUR 700 EUR 2.150 EUR 3.250 EUR

*Pflegegeld und Tagegeld werden auch ohne Kostennachweis gezahlt. Sollte fremde Hilfe erforderlich sein, kann diese hiermit finanziert werden.

 

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