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Egal

Versicherungsnehmerwechsel Kapitallebensversicherung mit Überschussbeteiligung

Meine Eltern haben 2003 für mich eine Kapitallebensversicherung mit Überschussbeteiligung abgeschlossen, deren Auszahlung 2050 steuerfrei erfolgen kann. Versicherungsnehmer ist meine Mutter. Ich zahle schon seit einigen Jahren die Beiträge und überweise das Geld monatlich auf das Konto meiner Eltern.

Nun sind meine Eltern getrennt und meine Mutter möchte die Versicherung kündigen (was ich nicht möchte, da viel Geld verloren geht, dass ich ja bereits eingezahlt habe). Alternativ möchte sie den Status als Versicherungsnehmer auf mich übertragen.

Zusätzlich zur Versicherungssumme – 15.000 € bei Abschluss der Versicherung, Laufzeit 47 Jahre – erhält die Leistungsübersicht eine sogenannte UZV = zusätzliche Leistung bei Tod durch Unfall. Diese beträgt ebenfalls 15.000 € bei Abschluss der Versicherung.


Fragen:

1) Hat die Übertragung des Versicherungsnehmers auf mich (= versicherte Person) irgendwelche steuerlichen Konsequenzen insofern, dass ich a) den momentanen Rückkaufwert jetzt versteuern muss bzw. b) die Auszahlung 2050 doch nicht steuerfrei bleibt?

2) Die zusätzliche Leistung durch Unfalltod der versicherten Person macht für mich meines Erachtens nach keinen Sinn, da sie ja eine „Wette“ auf den Tod der versicherten Person – also mir – ist und ich nicht selbst auf meinen Tod wetten kann bzw. davon ausgehe, dass ich die Auszahlung in 2050 erlebe. Ist es aufgrund dieser zusätzlichen Leistung (und dadurch vermeintlich höherer Beiträge) nicht ratsam diese Versicherung weiterzuführen und sollte diese besser gekündigt werden?

Richtige Antwort
2021-06-10T10:01:12Z
  • Donnerstag, 10.06.2021 um 12:01 Uhr
Hallo Egal,
wir haben folgende Rückmeldung aus unserer Fachabteilung erhalten:

Bei einem Versicherungsnehmerwechsel gibt es einiges zu beachten. Dazu haben wir zunächst ein paar grundlegende Informationen und Tipps für Sie:

Bei Lebensversicherungen bzw. privaten Rentenversicherungen wird zwischen dem Versicherungsnehmer und der versicherten Person unterschieden.
Der Versicherungsnehmer ist der Inhaber der Versicherung. Er darf entscheiden, ob ein Vertrag z.B. gekündigt werden soll, oder auch wer die Versicherungsleistung bei der Auszahlung erhalten soll.

Die Lebens- oder Rentenversicherung wird auf die versicherte Person abgeschlossen. Das bedeutet: So lange die versicherte Person lebt, kann die Versicherung bis zum festgelegten Ablauftermin fortgeführt werden. Verstirbt die versicherte Person, wird der Vertrag fällig und die Todesfallleistung ausbezahlt.

Die versicherte Person besitzt keine Rechte an der Versicherung (auch wenn sie bereits Beitragszahlungen geleistet hat) und darf deshalb auch nicht über deren Fortbestand oder die Auszahlung bestimmen. Eine Änderung der versicherten Person ist nicht möglich.

Bei einem Wechsel der Versicherungsnehmereigenschaft (Übertragung) übernimmt der neue Inhaber den Vertrag mit allen Rechten und Pflichten.

Nun zu Ihren konkreten Fragen:

1. Steuerliche Konsequenzen
a. Wenn ein Versicherungsnehmerwechsel durchgeführt wird, übermittelt die Allianz zu diesem Termin den aktuellen Vertragsstand (Rückkaufswert) an das Finanzamt. Dieses prüft dann, ob eine Schenkungssteuer zu zahlen ist anhand der Freigrenzen, die für Familienmitglieder gelten. Ihr Steuerberater oder das Finanzamt kann Ihnen vorab Auskunft geben, in welcher Höhe eine Schenkungssteuer möglicherweise fällig wird.
b. Für Verträge, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden gilt folgende Regelung: Werden Ansprüche aus Lebensversicherungen für ein Entgelt (z.B. Zahlung eines Kaufpreises) auf einen Dritten übertragen, führt dies dazu, dass der Versicherungsvertrag nicht mehr steuerbegünstigt ist (§ 10 EStG).
Eine Steuerpflicht entsteht dagegen nicht bei einer Übertragung.

2. Zusätzliche Leistung bei Unfalltod (UZV)
Die vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung ist (wie Sie schon geschrieben haben) oft mit Verlusten verbunden. Lebensversicherungen die vor 2005 abgeschlossen wurden haben den Vorteil, dass sie bei einer späteren Auszahlung steuerfrei sind. Wenn es sich dann noch um klassische Lebensversicherungen ohne Risiko handelt, profitiert man zusätzlich von den Garantiezinsen, die der Versicherer über die gesamte Laufzeit geben muss.
Da die UZV ein sogenannter Zusatzbaustein ist, kann dieser aus dem bestehenden Vertrag herausgekündigt werden. D.h., die eigentliche Lebensversicherung läuft unverändert weiter und nur die zusätzliche Todesfallleistung durch Unfalltod wird gelöscht. Dabei reduziert sich Beitragszahlung um den darauf entfallenden Anteilsbetrag. Diese Vertragsänderung können Sie gerne im Zuge des Versicherungsnehmerwechsels mit beantragen.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Ausführungen weitergeholfen haben. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne wieder an uns.

Beste Grüße
Jenny
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4 Kommentare
2021-06-08T18:06:17Z
  • Dienstag, 08.06.2021 um 20:06 Uhr
Hallo Egal,

willkommen in unserem Forum.

Ich habe leider nicht sofort Antworten auf Ihre Fragen parat, deshalb frage ich bei unseren Spezialisten nach und melde mich hier im Forum zurück, sobald ich Informationen für Sie habe. Sollte für die Beantwortung Ihrer Fragen ein Blick in den Vertrag notwendig sein, melde ich mich ebenfalls.

Alternativ können Sie sich auch an die zuständigen Kolleginnen und Kollegen wenden. Diese stehen Ihnen Montag – Freitag 8:00: 20:00 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4100 104 für alle Fragen zur Verfügung.

Schöne Grüße
Corny
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Richtige Antwort
2021-06-10T10:01:12Z
  • Donnerstag, 10.06.2021 um 12:01 Uhr
Hallo Egal,
wir haben folgende Rückmeldung aus unserer Fachabteilung erhalten:

Bei einem Versicherungsnehmerwechsel gibt es einiges zu beachten. Dazu haben wir zunächst ein paar grundlegende Informationen und Tipps für Sie:

Bei Lebensversicherungen bzw. privaten Rentenversicherungen wird zwischen dem Versicherungsnehmer und der versicherten Person unterschieden.
Der Versicherungsnehmer ist der Inhaber der Versicherung. Er darf entscheiden, ob ein Vertrag z.B. gekündigt werden soll, oder auch wer die Versicherungsleistung bei der Auszahlung erhalten soll.

Die Lebens- oder Rentenversicherung wird auf die versicherte Person abgeschlossen. Das bedeutet: So lange die versicherte Person lebt, kann die Versicherung bis zum festgelegten Ablauftermin fortgeführt werden. Verstirbt die versicherte Person, wird der Vertrag fällig und die Todesfallleistung ausbezahlt.

Die versicherte Person besitzt keine Rechte an der Versicherung (auch wenn sie bereits Beitragszahlungen geleistet hat) und darf deshalb auch nicht über deren Fortbestand oder die Auszahlung bestimmen. Eine Änderung der versicherten Person ist nicht möglich.

Bei einem Wechsel der Versicherungsnehmereigenschaft (Übertragung) übernimmt der neue Inhaber den Vertrag mit allen Rechten und Pflichten.

Nun zu Ihren konkreten Fragen:

1. Steuerliche Konsequenzen
a. Wenn ein Versicherungsnehmerwechsel durchgeführt wird, übermittelt die Allianz zu diesem Termin den aktuellen Vertragsstand (Rückkaufswert) an das Finanzamt. Dieses prüft dann, ob eine Schenkungssteuer zu zahlen ist anhand der Freigrenzen, die für Familienmitglieder gelten. Ihr Steuerberater oder das Finanzamt kann Ihnen vorab Auskunft geben, in welcher Höhe eine Schenkungssteuer möglicherweise fällig wird.
b. Für Verträge, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden gilt folgende Regelung: Werden Ansprüche aus Lebensversicherungen für ein Entgelt (z.B. Zahlung eines Kaufpreises) auf einen Dritten übertragen, führt dies dazu, dass der Versicherungsvertrag nicht mehr steuerbegünstigt ist (§ 10 EStG).
Eine Steuerpflicht entsteht dagegen nicht bei einer Übertragung.

2. Zusätzliche Leistung bei Unfalltod (UZV)
Die vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung ist (wie Sie schon geschrieben haben) oft mit Verlusten verbunden. Lebensversicherungen die vor 2005 abgeschlossen wurden haben den Vorteil, dass sie bei einer späteren Auszahlung steuerfrei sind. Wenn es sich dann noch um klassische Lebensversicherungen ohne Risiko handelt, profitiert man zusätzlich von den Garantiezinsen, die der Versicherer über die gesamte Laufzeit geben muss.
Da die UZV ein sogenannter Zusatzbaustein ist, kann dieser aus dem bestehenden Vertrag herausgekündigt werden. D.h., die eigentliche Lebensversicherung läuft unverändert weiter und nur die zusätzliche Todesfallleistung durch Unfalltod wird gelöscht. Dabei reduziert sich Beitragszahlung um den darauf entfallenden Anteilsbetrag. Diese Vertragsänderung können Sie gerne im Zuge des Versicherungsnehmerwechsels mit beantragen.

Wir hoffen, dass Ihnen diese Ausführungen weitergeholfen haben. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne wieder an uns.

Beste Grüße
Jenny
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2021-06-11T14:59:00Z
  • Freitag, 11.06.2021 um 16:59 Uhr
Hallo Jenny,

herzlichen Dank erst einmal für die Rückmeldung!

zu 1) Der Rückkaufswert beläuft sich auf knapp 3000 € und die Versicherung (abgeschlossen in 2003) wird unentgeltlich überlassen. Bedeutet das, dass ich höchstwahrscheinlich keine Steuern bei unentgeltlicher Übernahme zahlen muss?

Zu 2) Kann ich die UZV sicher nach dem Versicherungsnehmerwechsel rauskündigen oder muss ich das schon mit dem Ausfüllen des Übertragungsformulars machen?

Und nochmals nachgehakt: Wie finde ich heraus, ob es sich bei der Versicherung um eine klassische Lebensversicherung ohne Risiko handelt, bei der ich zusätzlich von den Garantiezinsen, die der Versicherer über die gesamte Laufzeit geben muss, profitieren würde?

Meine Lebensversicherung ist eine Kapitallebensversicherung mit Überschußbeteiligung.

Herzliche Grüße

2021-06-11T15:23:29Z
  • Freitag, 11.06.2021 um 17:23 Uhr
Hallo Egal,

Sie teilten in Ihrer Erstanfrage mit, dass Ihr Vertrag vor 2003 abgeschlossen wurde, somit gilt Folgendes:

Für Verträge, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden, gilt folgende Regelung: Werden Ansprüche aus Lebensversicherungen für ein Entgelt (z.B. Zahlung eines Kaufpreises) auf einen Dritten übertragen, führt dies dazu, dass der Versicherungsvertrag nicht mehr steuerbegünstigt ist (§ 10 EStG).
Eine Steuerpflicht entsteht dagegen nicht bei einer Übertragung.
Wenn der Vertrag von dem jetzigen Versicherungsnehmer Ihrer Mutter auf Sie als versicherte Person übertragen wird, ist dies nicht steuerpflichtig.

Da die UZV (Unfallzusatzversicherung) ein sogenannter Zusatzbaustein im bestehen Vertrag ist, kann dieser aus dem bestehenden Vertrag durch den Versicherungsnehmer herausgekündigt werden. Selbstverständlich kann dies bereits beim Übertragungswunsch mitgeteilt werden.

Bezüglich Ihrer letzten Frage gibt es zwei Möglichkeiten.
1. Sie kontaktieren gemeinsam mit dem jetzigen Versicherungsnehmer die zuständige Vertragsabteilung der Allianz. Diese erreichen Sie Mo-Fr 08-20 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 41 00 104 zuständigen.
2. Sie warten, bis die Vertragsübertragung stattgefunden hat und Sie die neuen Vertragsunterlagen in den Händen halten.

Sofern Sie Ihre Änderungsunterlagen elektronisch einreichen möchten, ist dies hier möglich. 

Beste Grüße
Ines
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