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MaPaHa

Riestervertrag zur Immobilienfinanzierung

Guten Tag,

ich habe einen Riestervertrag
bei der Allianz. Dieser ist mit ca. 20.000,00 € bespart. Zur
Finanzierung einer Immobilie würde ich gerne die angesparte Summe als
Eigenkapital nehmen.
Wie schnell kann ich über den angesparten Betrag verfügen?
Vielen Dank.
MfG M. Haber
Richtige Antwort
2020-01-03T20:06:58Z
  • Freitag, 03.01.2020 um 21:06 Uhr
Hallo MaPaHa,

wie versprochen melde ich mich zurück. Folgende Rückmeldung habe ich für Sie:

Seit dem der Bundestag in 2008 das "Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbst genutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge" (Eigenheimgesetz - EigRentG) verabschiedet hat, ist es möglich, gefördertes Kapital im Rahmen einer wohnwirtschaftlichen Entnahme zu verwenden. Hierfür müssen seit 2014 folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

• Erwerb bzw. Herstellung einer selbst genutzten Wohnimmobilie
• Entschuldung einer Wohnung
• Einkauf in Alten- und Pflegeheime
• Zum Umbau zur Reduzierung von Barrieren in oder an einer selbst genutzten Wohnung (nach DIN-NORM 18040)
• Zum Erwerb von Genossenschaftspflichtanteilen

Der Kauf bzw. die Herstellung/Fertigstellung muss nach dem 31.12.2007 erfolgt sein. Zu Beginn der Auszahlungsphase können Sie auch bestehende Darlehen tilgen für Wohnimmobilien, die vor 2008 erworben oder hergestellt wurden.

Nicht gefördert werden Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.
Bei einer zulagenunschädlichen Teilentnahme müssen mindestens 3.000 Euro des Altersvermögens aus dem Vertrag entnommen werden und es müssen noch mindestens 3.000 Euro gefördertes Altersvermögen im Vertrag verbleiben. Das heißt: Es müssen mindestens 6.000 Euro Altersvermögen im Vertrag angespart sein.
Alternativ haben Sie die Möglichkeit, das gesamte Altersvorsorgevermögen zu entnehmen. Die zulagenschädliche Entnahme muss auch hier mindestens 3.000 Euro betragen. Bei der Berechnung des Mindestauszahlungsbetrages kann aber sowohl gefördertes, als auch ungefördertes Kapital berücksichtigt werden.
Eine wohnwirtschaftliche Entnahme aus Ihrer Riester-Rente muss über die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) beantragt werden. Die ZfA fordert von Ihnen Unterlagen wie zum Beispiel dem Kaufvertrag der Immobilie an und kann Ihnen sagen, in welcher Höhe Sie Ihren Riester-Vertrag für den Bau oder Erwerb einer Immobilie verwenden dürfen.

Sobald Sie den Bewilligungsbescheid der Zulagenstelle erhalten, schicken Sie uns bitte einen formlosen Zahlungsauftrag zu. Wir werden die Auszahlung dann baldmöglichst veranlassen.

Ich habe noch ein paar Tipps zur Besteuerung von Wohnriester-Verträgen für Sie:

Beiträge, die für eine wohnwirtschaftliche Entnahme verwendet werden, müssen im Rentenalter versteuert werden. Da für Entnahmen aus Riester-Renten keine Rentenauszahlungen mehr fällig werden können, wird ein fiktives Konto - das "Wohnförderkonto" gebildet und von der ZfA verwaltet. In diesem Konto wird der von Ihnen entnommene Betrag und die Zulagen erfasst und jährlich mit 2% verzinst.

Nach Übergang in die Rentenphase (Beginn der Auszahlungsphase) wird der bis dahin aufgelaufene Betrag des Wohnförderkontos zur Ermittlung der Steuer herangezogen. Zum Beginn der Auszahlphase stehen Ihnen dann die laufende Besteuerung und die Einmalbesteuerung zur Wahl.
Bei der laufenden Besteuerung werden auf den Betrag des Wohnförderkontos bis zum 85. Lebensjahr Steuern in jährlichen Beiträgen mit dem jeweiligen individuellen Steuersatz (z.B. 25 Prozent) gezahlt.

Beispiel:
Entnahme aus der Riester-Rente 10 Jahre vor Ablauf (zum 67. Lebensjahr)Höhe Wohnförderkonto: 20.000 Euro x Verzinsung (angenommen jährlich 2 Prozent) =
Wohnförderkonto zu Beginn der Auszahlphase: 23.900 Euro
23.900 Euro / 18 Jahre = 1.327 x individueller Steuersatz (angenommen 25 %) = 331,75 Euro (gesamt bis zum 85. Lebensjahr = 5.971,50 Euro)
Bei der Einmalbesteuerung müssen 70 Prozent des Kapitals auf dem Wohnförderkonto sofort mit dem individuellen Steuersatz (z.B. 25 Prozent) versteuert werden. Sie verpflichten sich somit, die Immobilie 20 Jahre in Ihren Besitz zu halten.

Beispiel:
Höhe Wohnförderkonto: 20.000 Euro x Verzinsung (angenommen jährlich 2 Prozent) =
Wohnförderkonto zu Beginn der Auszahlphase = 23.900 Euro
23.900 / 70 Prozent = 16.730 Euro /individueller Steuersatz (angenommen 25%) = 4.185,50 Euro.

Hilft Ihnen das weiter?

Beste Grüße
Vanessa
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1 weiterer Kommentar
2020-01-02T11:34:38Z
  • Donnerstag, 02.01.2020 um 12:34 Uhr
Hallo MaPaHa,

gerne mache ich mich hierzu direkt bei den zuständigen Kollegen schlau und komme wieder auf Sie zu, sobald mir eine Rückmeldung vorliegt.
Alternativ dazu erreichen Sie die Kollegen der Vertragsabteilung von Mo - Fr zwischen 8 und 20 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4100 104.

Beste Grüße
Vanessa
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Richtige Antwort
2020-01-03T20:06:58Z
  • Freitag, 03.01.2020 um 21:06 Uhr
Hallo MaPaHa,

wie versprochen melde ich mich zurück. Folgende Rückmeldung habe ich für Sie:

Seit dem der Bundestag in 2008 das "Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbst genutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge" (Eigenheimgesetz - EigRentG) verabschiedet hat, ist es möglich, gefördertes Kapital im Rahmen einer wohnwirtschaftlichen Entnahme zu verwenden. Hierfür müssen seit 2014 folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

• Erwerb bzw. Herstellung einer selbst genutzten Wohnimmobilie
• Entschuldung einer Wohnung
• Einkauf in Alten- und Pflegeheime
• Zum Umbau zur Reduzierung von Barrieren in oder an einer selbst genutzten Wohnung (nach DIN-NORM 18040)
• Zum Erwerb von Genossenschaftspflichtanteilen

Der Kauf bzw. die Herstellung/Fertigstellung muss nach dem 31.12.2007 erfolgt sein. Zu Beginn der Auszahlungsphase können Sie auch bestehende Darlehen tilgen für Wohnimmobilien, die vor 2008 erworben oder hergestellt wurden.

Nicht gefördert werden Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.
Bei einer zulagenunschädlichen Teilentnahme müssen mindestens 3.000 Euro des Altersvermögens aus dem Vertrag entnommen werden und es müssen noch mindestens 3.000 Euro gefördertes Altersvermögen im Vertrag verbleiben. Das heißt: Es müssen mindestens 6.000 Euro Altersvermögen im Vertrag angespart sein.
Alternativ haben Sie die Möglichkeit, das gesamte Altersvorsorgevermögen zu entnehmen. Die zulagenschädliche Entnahme muss auch hier mindestens 3.000 Euro betragen. Bei der Berechnung des Mindestauszahlungsbetrages kann aber sowohl gefördertes, als auch ungefördertes Kapital berücksichtigt werden.
Eine wohnwirtschaftliche Entnahme aus Ihrer Riester-Rente muss über die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) beantragt werden. Die ZfA fordert von Ihnen Unterlagen wie zum Beispiel dem Kaufvertrag der Immobilie an und kann Ihnen sagen, in welcher Höhe Sie Ihren Riester-Vertrag für den Bau oder Erwerb einer Immobilie verwenden dürfen.

Sobald Sie den Bewilligungsbescheid der Zulagenstelle erhalten, schicken Sie uns bitte einen formlosen Zahlungsauftrag zu. Wir werden die Auszahlung dann baldmöglichst veranlassen.

Ich habe noch ein paar Tipps zur Besteuerung von Wohnriester-Verträgen für Sie:

Beiträge, die für eine wohnwirtschaftliche Entnahme verwendet werden, müssen im Rentenalter versteuert werden. Da für Entnahmen aus Riester-Renten keine Rentenauszahlungen mehr fällig werden können, wird ein fiktives Konto - das "Wohnförderkonto" gebildet und von der ZfA verwaltet. In diesem Konto wird der von Ihnen entnommene Betrag und die Zulagen erfasst und jährlich mit 2% verzinst.

Nach Übergang in die Rentenphase (Beginn der Auszahlungsphase) wird der bis dahin aufgelaufene Betrag des Wohnförderkontos zur Ermittlung der Steuer herangezogen. Zum Beginn der Auszahlphase stehen Ihnen dann die laufende Besteuerung und die Einmalbesteuerung zur Wahl.
Bei der laufenden Besteuerung werden auf den Betrag des Wohnförderkontos bis zum 85. Lebensjahr Steuern in jährlichen Beiträgen mit dem jeweiligen individuellen Steuersatz (z.B. 25 Prozent) gezahlt.

Beispiel:
Entnahme aus der Riester-Rente 10 Jahre vor Ablauf (zum 67. Lebensjahr)Höhe Wohnförderkonto: 20.000 Euro x Verzinsung (angenommen jährlich 2 Prozent) =
Wohnförderkonto zu Beginn der Auszahlphase: 23.900 Euro
23.900 Euro / 18 Jahre = 1.327 x individueller Steuersatz (angenommen 25 %) = 331,75 Euro (gesamt bis zum 85. Lebensjahr = 5.971,50 Euro)
Bei der Einmalbesteuerung müssen 70 Prozent des Kapitals auf dem Wohnförderkonto sofort mit dem individuellen Steuersatz (z.B. 25 Prozent) versteuert werden. Sie verpflichten sich somit, die Immobilie 20 Jahre in Ihren Besitz zu halten.

Beispiel:
Höhe Wohnförderkonto: 20.000 Euro x Verzinsung (angenommen jährlich 2 Prozent) =
Wohnförderkonto zu Beginn der Auszahlphase = 23.900 Euro
23.900 / 70 Prozent = 16.730 Euro /individueller Steuersatz (angenommen 25%) = 4.185,50 Euro.

Hilft Ihnen das weiter?

Beste Grüße
Vanessa
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