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Ronald Huebner

Abruf Lebensversicherung

Hallo, ich habe eine LV, die vor 2000 abgeschlossen wurde, alle weiteren Kriterien für die steuerfreie Auszahlung habe ich ebenfalls erfüllt. Nun möchte ich die Auszahlung in der Abrufphase ab dem 60. Lebensjahr (9/17) in Anspruch nehmen, obwohl ich noch keine Rente in Deutschland beziehe, wohl aber ab 10/18 in einem anderen EU-Staat in dem ich seit vielen Jahren lebe und arbeite. Hat das Auswirkungen auf die Auszahlung, da diese ja als "Rentenergänzung" lt. § 22a EStG gemeldet werden muß.
Danke für die Antwort.
Richtige Antwort
2017-05-22T06:08:32Z
  • Montag, 22.05.2017 um 08:08 Uhr
Guten Morgen Herr Huebner,

gerne werde ich Ihre Frage beantworten. Damit meine Antwort auch auf Ihren Vertrag passt, erbitte ich Ihre Versicherungsnummer.
Senden Sie mir diese bitte per Mail an unseren Postkorb allianzhilft.dialog@allianz.de
Bitte teilen Sie uns auch Ihre vollständigen Kontaktdaten mit.
Nach dem Erhalt Ihrer Mail werde ich mich umgehend bei Ihnen melden.

Lieben Dank
Ines

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Richtige Antwort
2017-05-22T06:08:32Z
  • Montag, 22.05.2017 um 08:08 Uhr
Guten Morgen Herr Huebner,

gerne werde ich Ihre Frage beantworten. Damit meine Antwort auch auf Ihren Vertrag passt, erbitte ich Ihre Versicherungsnummer.
Senden Sie mir diese bitte per Mail an unseren Postkorb allianzhilft.dialog@allianz.de
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Ines

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2017-05-31T06:51:50Z
  • Mittwoch, 31.05.2017 um 08:51 Uhr
Hallo Herr Huebner,

das ist wirklich eine spannende Frage, bei der ich Ihnen gerne helfen möchte.

Bei der Art der Versteuerung von Lebens- und Rentenversicherungen ist einiges zu beachten. So spielt bei einer Kapitalzahlung von Lebens- und Rentenversicherungen unter anderem der Versicherungsbeginn für die Versteuerung eine große Rolle.

Die steuerfreie Auszahlung einer privaten Altersvorsorge ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:
- Der Versicherungsvertrag muss vor 2005 abgeschlossen worden sein
- Bei der Auszahlung muss bereits eine tatsächliche Laufzeit über mindestens 12 Jahre erfolgt sein - Die Beiträge müssen mindestens 5 Jahre gezahlt worden sein, bzw. muss bei Vertragsabschluss eine Zahlungsdauer der Beiträge über mindestens 5 Jahren vereinbart worden sein.
- Und, es erfolgt eine Kapitalzahlung der privaten Rentenversicherung

Wenn Ihr Vertrag genannten Kriterien nicht erfüllt, erfolgt die Besteuerung der positiven Erträge (Gewinne) wie folgt:

1. 25 Prozent Abgeltungssteuer
2. 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag
3. ggf. Kirchensteuer

Bei einem Vertragsabschluss ab dem 01.01.2005 erfolgt die Versteuerung der positiven Erträge zum Zeitpunkt der Auszahlung nach den beschriebenen steuerlichen Kriterien.

Hatte Ihr Vertrag zum Zeitpunkt der Auszahlung bereits eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren und haben Sie das 60. Lebensjahr bereits vollendet (bei Verträgen mit einem Abschluss ab dem 01.01.2012, Vollendung des 62. Lebensjahres), besteht die Möglichkeit der Versteuerung nach dem Halbeinkünfteverfahren.

Bei dem Halbeinkünfteverfahren wird die gesamte Kapitalertragsteuer bei der Auszahlung durch die Allianz einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Sie erhalten somit die Nettoleistung nach Abzug der Kapitalertragsteuer, des Solidaritätszuschlages und ggf. der Kirchensteuer ausgezahlt.

Sind die Voraussetzungen für das Halbeinkünfteverfahren erfüllt, müssen Sie lediglich die Hälfte des steuerpflichtigen Betrages als Einnahmen aus dem Kapitalvermögen mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern. Die von der Allianz auf den gesamten Wertzuwachs einbehaltene Kapitalertragsteuer stellt in diesen Fällen lediglich eine Voraussetzung auf die Einkommensteuer dar. Sie erhalten dann von uns jährlich eine Rentenbezugsmitteilung, die Sie Ihrer Steuererklärung beilegen können.

Bei der Rentenzahlung erfolgt eine gesonderte Besteuerung.

Bei einer lebenslangen Rentenzahlung, sind die erwirtschafteten Erträge, also die Gewinne über den Ertragsanteil zu versteuern. Das bedeutet: Anhand Ihres Alters wird ein Prozentsatz zum Beginn der Rentenzahlung ermittelt. Die Rente muss mit dem ermittelten Prozentsatz als Einkünfte bei der Steuererklärung angegeben werden.

Bei einer betrieblichen Altersvorsorge kann außerdem die Art der Besparung (Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerfinanziert) wichtig sein.

Rechtzeitig vor Ablauf erhalten Sie von uns das Ablaufschreiben zu Ihrer Versicherung. Auf diesem Schreiben ist das Garantiekapital bei Erleben des Ablauftermins sowie die garantierte Rente, die erreichte Überschussbeteiligung und die enthaltenen Bewertungsreserven sowie die gegebenfalls anfallenden Steuern ersichtlich. Zusätzlich muss eine Devisenmeldung durch uns erfolgen, wenn Sie Ihren dauerhaften Wohnsitz im Ausland haben. Bei einem Steuerabzug wird im Folgejahr eine Steuerbescheinigung mit den erwirtschafteten Erträgen sowie den zu Abzug gebrachten Steuern erstellt und an Sie versendet.

Bitte haben Sie Verständnis, dass Ihnen bei steuerlichen Anfragen und Informationen zu benötigten Formularen und der genauen Versteuerung bei einem Wohnsitz im Ausland, Ihr Steuerberater zur Verfügung steht, da eine steuerliche Beratung durch uns nicht erfolgt.

Da uns häufig Fragen zum Thema Versteuerung von Lebensversicherungen und dem Halbeinkünfteverfahren erreichen, hat mein Kollege David dazu einen Beitrag verfasst unter dem Sie noch weitere Informationen finden.
https://forum.allianz.de/service/lebensversicherung--auszahlung/frage/wie-hoch-ist-bei-der-auszahlung-der-lebensversicherung-die-steuer

Ich hoffe, meine Antwort hilft Ihnen weiter.

Viele Grüße,
Angie
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2017-05-31T12:18:36Z
  • Mittwoch, 31.05.2017 um 14:18 Uhr
Danke für die ausführliche Beantwortung. Ich habe mir das für mich Relevante herausgenommen, d.h. ich erfülle alle Kriterien für die steuerfreie Auszahlung bei Vertragsende, würde in der Abrufphase aber die s.g.Halbeinkünfte versteuern müssen. Nun bin ich aber nicht in Deutschland steuerpflichtig, wer erhält daher die Steuern, die mir vor Auszahlung abgezogen werden ?
Mit freundlichen Grüßen
2017-05-31T12:51:47Z
  • Mittwoch, 31.05.2017 um 14:51 Uhr
Lieber Herr Huebner,

ich habe Ihre Frage an meine zuständigen Kollegen von der Lebensversicherung weitergeleitet und um Unterstützung gebeten.
Sobald mir die Rückmeldung von diesen vorliegt, werde ich die Antwort hier im Forum veröffentlichen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Lieben Grüße

Sarah
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2017-05-31T14:23:13Z
  • Mittwoch, 31.05.2017 um 16:23 Uhr
Hallo Herr Huebner,

soeben haben wir eine Rückmeldung unserer Kollegen erhalten:

Nach den Angaben, die Sie gemacht haben, gehe ich davon aus, dass Sie Ihren Lebensmittelpunkt in ein anderes Land verlagert haben. In diesem Fall sind Sie gemäß dem deutschen Einkommenssteuergesetz in Deutschland beschränkt steuerpflichtig. Das bedeutet für Sie, dass auf die Einkünfte aus Kapitalvermögen, also auf die Erträge aus Ihrem Vertrag, bei Fälligkeit Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag erhoben werden.
Falls Sie sich über die entsprechenden, gesetzlichen Grundlagen genauer informieren möchten, können Sie dies im § 1 Abs. 4 EStG (Steuerpflicht) bzw. im § 49 EStG (Beschränkt steuerpflichtige Einkommen) nachlesen.
Bei Fragen zur Steuerpflicht außerhalb Deutschlands bitten wir Sie auf Ihren Steuerberater oder Ihr ortsansässiges Finanzamt zuzugehen.

Ich hoffe, unsere Antwort hilft Ihnen weiter.

Beste Grüße
Sebastian
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2018-01-05T17:40:20Z
  • Freitag, 05.01.2018 um 18:40 Uhr

Guten Tag Angie, 

zu folgendem Absatz habe ich eine Rückfrage:

"Bei der Rentenzahlung erfolgt eine gesonderte Besteuerung. 

Bei einer lebenslangen Rentenzahlung, sind die erwirtschafteten Erträge, also die Gewinne über den Ertragsanteil zu versteuern. Das bedeutet: Anhand Ihres Alters wird ein Prozentsatz zum Beginn der Rentenzahlung ermittelt. Die Rente muss mit dem ermittelten Prozentsatz als Einkünfte bei der Steuererklärung angegeben werden."

Sehe ich das richtig, dass im Gegensatz zum Halbeinkünfteverfahren der tatsächliche Ertrag (= Ablaufleistung minus Beiträge) hier nur indirekt eine Rolle spielt? Die ganze Rente wird ja einfach pauschal mit einem festen Prozentsatz multipliziert und das Produkt daraus läuft dann in die Progression.

Vielen Dank,
Qo butoc

2018-01-08T07:59:08Z
  • Montag, 08.01.2018 um 08:59 Uhr

Guten Tag Qo Butoc,

richtig, der tatsächliche Ertrag spielt hier keine Rolle.

Zur besseren Verständlichkeit hier ein Beispiel:
Sie erhalten als 67-jähriger eine lebenslange Rente von monatlich 1.000,00 EUR und haben einen persönlichen Steuersatz von 32 %.

Gemäß dem Einkommensteuergesetz liegt der Ertragsanteil als 67-Jähriger bei 17 % der Rente. In diesem Fall müssen 170,00 EUR mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. In diesem Fall würden Sie 54,40 EUR (170 x 32%) an Steuern zahlen. Der Ertragsanteilssatz bleibt für die gesamte Rentenbezugsdauer erhalten, ausschlaggebend für die Höhe ist das Alter bei Renteneintritt.

Wie hoch der der Ertragsanteil im Alter genau ist, können Sie unter diesem Link nachlesen:

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__22.html

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen.

Viele Grüße
Christina

2018-01-08T23:07:56Z
  • Dienstag, 09.01.2018 um 00:07 Uhr

Hallo Christina

Vielen Dank für Ihre Antwort. Damit konnten Sie mir sehr weiterhelfen. Ich habe noch einige Rückfragen, u.a. zur steuerlichen Behandlung der Lebensversicherung:

1.       „Hatte Ihr Vertrag zum Zeitpunkt der Auszahlung bereits eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren und haben Sie das 60. Lebensjahr bereits vollendet (bei Verträgen mit einem Abschluss ab dem 01.01.2012, Vollendung des 62. Lebensjahres), besteht die Möglichkeit der Versteuerung nach dem Halbeinkünfteverfahren.”

Hierzu stellt sich mir die Frage, ob bei einer fondsgebundenen privaten Rentenversicherung (mit Kapitalwahlrecht) nicht doch noch eine Mindesttodesfalleistung vereinbart werden muss, um in den Genuss der Flexibilität dieser Regelung zu kommen.

2.      Kann im Nachhinein die versicherte Person geändert werden? Kann ich z.B. zunähst meinen Bruder als versicherte Person eintragen und später die Police auf meine Frau umschreiben oder umgekehrt? Welche steuerlichen Konsequenzen hätte dies ggf.?

3.       Es bleibt bei der Konstellation wie unter zweitens beschrieben:

- VN und Beitragszahler bin ich,

- vP mein Bruder,

- bezugsberechtigt im Todes- und Erlebensfall bin ich selbst.

Wer erhält wie lange bei einer fondsgebundenen, privaten Rentenversicherung (mit Kapitalwahlrecht) die Leibrente, wenn eine Verrentung gewählt wird? Ich als Bezugsberechtigter, solange mein Bruder lebt?

Viele Grüße,
Qo Butoc

2018-01-09T09:52:47Z
  • Dienstag, 09.01.2018 um 10:52 Uhr

Hallo Wo Butoc,

auch hier kann ich Ihnen weiterhelfen.

Zu Frage 1:
Bei der steuerlichen Behandlung spielt teilweise ein sogenannter Mindest-Todesfallschutz eine Rolle. Dieser Mindest-Todesfallschutz gilt als gegeben, wenn spätestens ab dem vierten Versicherungsjahr ein Kapital bei Tod von mindestens 60 % der insgesamt für die Versicherung zu zahlenden Beiträge (ohne Beitragsanteil für evtl. eingeschlossene Bausteine zur Berufsunfähigkeits- bzw. Pflegevorsorge) vorhanden ist.
Sie haben Recht, bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung gibt es Besonderheiten im Bezug auf diesen Mindest-Todesfallschutz.

Bei Verträgen mit Abschluss vor 2005 ist die Versicherungsleistung zum Ablauf einer fondsgebundenen bzw. bei Kündigung ist im vollen Umfang einkommensteuerfrei, wenn Ihr Vertrag zum Auszahlungszeitpunkt bereits eine Laufzeit von 12 Jahren erfüllt hat, die Beitragszahlung mindestens 5 Jahre vereinbart wurde und der Mindest-Todesfallschutz eingehalten ist.

Bei Verträgen mit Abschluss ab 2005 kann unter bestimmten Voraussetzungen das sogenannte Halbeinkünfteverfahren greifen. Die Funktionsweise hat meine Kollegin Angie bereits in ihrem ersten Beitrag erklärt. Auch hier gibt es zusätzlich zu den bekannten Voraussetzungen bei fondsgebundenen Verträgen  die Erfüllung des Mindest-Todesfallschutz.

Zu Frage 2:
Der Versicherungsnehmer, der Beitragszahler oder auch die begünstigte Person kann während der Vertragslaufzeit geändert werden, jedoch nicht die versicherte Person. Hier würden sich alle Berechnungsgrundlagen ändern, sodass ein Neuvertrag zu Stande kommen würde.

Zu Frage 3:
Wer die Leistung im Rentenbezug erhält ist vom Begünstigen abhängig, denn dieser kann bestimmen auf welches Konto die Leistung ausbezahlt werden soll. Die Rente wird lebenslang ausbezahlt, das bedeutet so lange die versicherte Person lebt. Sobald die versicherte Person verstirbt, gibt es keine Erlebensfall-Rentenzahlung mehr. Ggf. wurde vertraglich vereinbart, dass es auch bei Tod während der Rentenzahlung eine Leistung gibt. Diese Leistung würde dann an den Begünstigen im Todesfall gehen. Das kann man bei Vertragsabschluss individuell vereinbaren.

Wenn es Ihnen um einen konkreten Vertrag geht, kann ich Ihnen gerne eine detaillierte Information hierzu zukommen lassen. Senden Sie mir die entsprechende Vertragsnummer bitte per Mail an unseren Postkorb allianzhilft.dialog@allianz.de. Bitte teilen Sie mir auch Ihre vollständigen Kontaktdaten mit.

Viele Grüße,
Christina

2018-01-09T11:56:19Z
  • Dienstag, 09.01.2018 um 12:56 Uhr
Hallo Christina,
also muss ich tatsächlich einen Todesfallschutz bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung nun heute - also nach 2005 - abschließen, um die Hälfteregelung zu nutzen. 
Muss die 60% Todesfallleistung strikt zuzüglich zur Rückzahlung des Rückkaufswerts der fonds-Anteile in der Aufschubphase erfolgen? Oder würde es theoretisch auch ausreichen, wenn die Todesfalleistung mit dem Wert der Anteile verrechnet wird?
Können Sie Quellen in der Literatur nennen?
Vielen Dank und viele Grüße,
Qo Butoc

Dateianhänge
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