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Jennifer

Nadine M.: Berufstätig und alleinerziehend

Als erste Frau in der Familie hat Nadine studiert. „Die Scheidung meiner Eltern hat mir gezeigt, wie wichtig finanzielle Eigenständigkeit ist.“

Bei mir hat es ein bisschen gedauert, bis ich beruflich so richtig auf den Weg gekommen bin. Das hat mit dem Verkehrsunfall zu tun, den ich mit 17 hatte. Ich hätte um Haaresbreite ein Bein verloren, saß monatelang im Rollstuhl und konnte dann nur auf Krücken gehen. Es hat fast ein Jahr gedauert, bis ich halbwegs wiederhergestellt war. In der Zeit habe ich das Gymnasium geschmissen. Ich hatte keine Nerven, mich aufs Abi vorzubereiten. Darum habe ich erst mal eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau gemacht. Aber da habe ich mich bald schon unterfordert gefühlt und deshalb beschlossen, das Abi nachzumachen.

Anschließend habe ich BWL mit Schwerpunkt Touristik studiert. Über ein Praktikum bin ich zur Lufthansa gekommen, wo ich ziemlich schnell zur Referentin aufgestiegen bin. Die Stelle war perfekt für mich. Und dann habe ich Eamonn kennengelernt, er ist DJ in Dublin. Als unsere Tochter Sophia zur Welt kam, war das praktisch mit meiner Elternzeit. So konnten wir viel Zeit zusammen in Irland sein. Ich weiß, dass ich es gut habe. Auch deshalb, weil meine Eltern mich immer unterstützt haben, egal, was ich gemacht habe. Auch als sie schon geschieden waren. Sie haben mit mir überlegt, wenn ich sie um Rat gefragt habe, aber sie haben mir nie reingeredet. Ich konnte meinen eigenen Weg gehen.

Früh eigenständig geworden

Vielleicht hat die Scheidung meiner Eltern mich darin beeinflusst, dass ich so eigenständig geworden bin. Mir war vielleicht früher als anderen klar, dass man sich auf eine Beziehung oder Ehe nicht wirklich verlassen kann. Dass man am besten für sich selbst sorgt, um unabhängig zu sein. Ich wollte immer schon mein eigenes Geld verdienen. Meine Klamotten, meine Urlaube, das habe ich immer selbst gezahlt, schon während des Studiums. Von dem Schmerzensgeld, das ich für den Unfall bekommen habe, habe ich damals gleich eine private Rentenversicherung abgeschlossen. Die hat in den beiden vergangenen Jahren geruht, während meiner Elternzeit. Aber jetzt zahle ich wieder regelmäßig ein.

Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als von jemandem abhängig zu sein und womöglich meinen Mann um 20 Euro anhauen zu müssen, damit ich mir ein Buch oder eine CD kaufen kann. Eamonn und ich haben uns vor kurzer Zeit getrennt, aber wir sehen uns regelmäßig, damit Sophia etwas von ihrem Papa hat. Ich arbeite wieder in meinem alten Job, erst mal 20 Stunden die Woche. In ein paar Monaten will ich wieder Vollzeit arbeiten. Sophia geht im Nachbarort in die Kita. Morgens bringe ich sie hin, nachmittags holen meine Mutter oder ich sie ab. Klar ist das alles gerade etwas anstrengend. Aber wenn ich denke, was meine Oma mitgemacht hat, habe ich es doch wahnsinnig gut.


Weitere Beispiele:
> Hildegard N.: Friseurlehre unter Fliegerbomben
> Bärbel M.: Arbeiten,  um eigenständig zu sein
> Nadine M.: Berufstätig und alleinerziehend


Und wenn es später noch richtig lustig wird?

> Ildikó von Kürthy über Altersvorsorge

 

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