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Vincent W.

Frage zu Berufsunfähigkeitsversicherung

Sehr geehrtes Allianz Team,


ich habe eine generelle Frage zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung. Genau genommen geht es um die Aufnahme einer anderen Tätigkeit im Leistungsfall. 


Fall:

- Eine Person arbeitet bis 2017 als Fachinformatiker/in und wird berufsunfähig. 

- Drei Jahre später beginnt die Person eine Umschulung zum Erzieher/in.


Nach Abschluss der Umschulung ist ein Berufseinstieg in dem neuen Beruf angestrebt, da ein Weiterarbeiten im ursprünglichen Beruf unmöglich ist. 


Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob die BU in diesem Falle weiterzahlen würde. Genau genommen geht es mir um den Gehaltsvergleich. Da laut Versicherungsbedingungen ab mehr als 20% Gehaltsverlust die "bisherige Lebensstellung" nicht mehr gewahrt ist. 

Wenn dieser Vergleich nun angestellt wird, wird dieser Vergleich auf Basis des Gehaltes von 2017, also "Gehalt 2017 -20% > Gehalt Erzieher 2022" oder wird die Gehaltsentwicklung des bisherigen Berufs bis 2022 berücksichtigt? Wenn ja, in welcher Form? 


Vielen Dank im Voraus.

Richtige Antwort
2021-05-17T05:04:56Z
  • Montag, 17.05.2021 um 07:04 Uhr
Hallo Vincent W.,


danke für diese sehr gute Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist.


Ja, die Lebensstellung wird in erster Linie (aber nicht nur) durch das Einkommen geprägt und ja, da steht in den Bedingungen etwas von 20%.  Aber diese 20%, die in den aktuellen Bedingungen erwähnt sind, stellen eine Obergrenze dar - ein größerer Einkommensverlust ist keinesfalls lebensstellungswahrend. Unter Umständen kann aber auch schon ein Einkommensverlust von weniger als 20% dazu führen, dass die Lebensstellung im neuen Beruf nicht gewahrt und eine Verweisung auf diese Tätigkeit nicht möglich ist. Das hängt stark von der Höhe des Einkommens, aber auch von anderen Faktoren, ab - bei sehr niedrigen Einkommen ist bereits ein kleiner Einkommensverlust sehr schmerzhaft.

   

Zu der Frage, ob bei einem Einkommensvergleich das ursprüngliche Gehalt mit einer fiktiven Gehaltsentwicklung der alten Berufes fortzuschreiben ist, hat sich der BGH in seinem Urteil vom 26.06.2019 (IV ZR 19/18) geäußert. Demnach sei das vor der Geltendmachung der Berufsunfähigkeit tatsächlich erzielte Einkommen grundsätzlich nicht fortzuschreiben. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichere nicht die künftige Verbesserung der Lebensumstände. Die Lohn- und Gehaltsentwicklung im Ursprungsberuf nach Eintritt des Versicherungsfalles habe daher grundsätzlich außer Betracht zu bleiben.


Wir prüfen aber die Zumutbarkeit des neuen Einkommens individuell und auf den konkreten Einzelfall bezogen. Liegt beispielsweis zwischen dem Eintritt der Berufsunfähigkeit und dem Zeitpunkt der Nachprüfung ein sehr langer Zeitraum, werden wir dies angemessen berücksichtigen. Eine allgemeine, für jeden Fall zutreffende Antwort, ist  leider hier nicht möglich.

   

Ich hoffe, das hilft Ihnen dennoch weiter. Wenn noch etwas unklar ist, haken Sie gern nach.


Beste Grüße

Jürgen.

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