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Gelöschter Nutzer

Berufsunfähigkeit - einfache oder grob fahrlässig Obliegenheitsverletzung

Hi,

ich lese gerade Eure Versicherungsbedingungen  Teil A - Selbstständige BerufsunfähigkeitsPolice oder BerufsunfähigkeitsStartPolice E356 


Unter 

5.4 Welche Rechtsfolgen haben Obliegenheitsverletzungen?

steht 

1) Nachteilige Auswirkungen auf unsere Leistungspflicht

Im Einzelnen gilt: 

• Wenn diese Obliegenheiten vorsätzlich verletzt werden, sind wir
nicht leistungspflichtig.

• Wenn diese Obliegenheiten grob fahrlässig verletzt werden, sind
wir berechtigt, unsere Leistung zu kürzen. Die Kürzung richtet
sich nach der Schwere des Verschuldens. Wenn Sie nachweisen, dass keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt, kürzen wir die
Leistungen nicht.


Ich hätte hierzu gerne ein paar Beispiele (keine Unterlagen liefern, nicht zum Gutachter gehen ist ja eindeutig) sondern eher auf "unverzüglich muss ich Euch mitteilen, dass ich  berufsunfähig bin 


Was kann dann bitte , wenn ich BU-Leistung beantragen muss, bei der Antragsstellung:

Vorsätzlich sein?

was könnte grob fährlässig sein?

Was könnte einfach fahrlässig sein?




Richtige Antwort
2020-02-28T08:31:39Z
  • Freitag, 28.02.2020 um 09:31 Uhr

Liebe Maria Wecker,

   

danke für die Frage. Schauen wir uns mal die verschiedenen Verschuldensgrade an:

            

Vorsätzlich handelt, wer etwas mit "Wissen und Wollen" tut. Das wäre der Fall - wie Sie selbst bereits geschrieben haben - wenn Sie sich nicht begutachten lassen wenn wir dies als notwendig erachten, obwohl Sie dazu bei zumutbarem Aufwand in der Lage wären. Gleiches gilt, wenn Sie uns notwendige Informationen vorenthalten oder die Erhebung notwendiger Daten nicht ermöglichen.

         

Grob fahrlässig handelt, wer die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt, ganz naheliegende Überlegungen nicht anstellt und das nicht beachtet, was in gegebenem Fall Jedem hätte einleuchten müssen. Stellen Sie sich vor, Sie sind zum Gutachter geladen, erscheinen dort eine halbe Stunde zu spät und die Begutachtung muss deshalb ausfallen. Grund dafür war, dass Sie einfach zu spät zu Hause losgefahren sind. Sie hatten nicht die Absicht zu spät zu kommen und den Termin platzen zu lassen und nachts um 3 Uhr hätten Sie den Weg auch in der von Ihnen angenommen Zeit geschafft, aber nicht im Berufsverkehr. Nun ist es so, dass jeden Tag Berufsverkehr herrscht und dass das auch jedem Menschen einleuchtet. Dass Sie es nicht berücksichtigt haben, war grob fahrlässig. Ist etwas konstruiert und ob das im konkreten Fall zu Konsequenzen führen würde, kann man so nicht sagen - mir fällt grad kein besseres Beispiel ein. (Grob fahrlässig = das darf nicht passieren)

        

Für die einfache Fahrlässigkeit genügt es, wenn Sie die erforderliche Sorgfalt verletzen - nicht in besonders schwerem Maße.  Etwas passiert, weil Sie kurz unachtsam waren, sich haben ablenken lassen. (Einfach fahrlässig = das kann ja mal passieren). Ein Beispiel in Bezug auf die Verletzung von Mitwirkungspflichten oder Obliegenheiten im BU-Leistungsfall fällt mir nicht ein. Sollte eine Obliegenheit verletzt worden sein, müsste der Verursacher darlegen, warum die Verletzung nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig passiert ist.

        

Unverzüglich bedeutet übrigens "Ohne schuldhaftes Zögern". Sie sollten sich also möglichst schnell bei Ihrem Versicherer melden, wenn klar ist, dass Sie mindestens 6 Monate zu mindestens 50% nicht in der Lage sind, Ihrer Berufstätigkeit auszuführen. Melden Sie sich ein paar Monate stäter, ist das unproblematisch. Wir prüfen auch, ob Sie in der Vergangenheit berufsunfähig waren und leisten ggf. auch rückwirkend. Problematisch kann es werden, wenn Sie sich erst Jahre später melden - durch den Zeitablauf kann es schwierig bis unmöglich geworden sein, die notwendigen Daten zum Nachweis der BU zu erheben. Schlimmstenfalls wird dann keine Leistung fällig.

          

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

       

Beste Grüße

Jürgen.

2 Kommentare
2020-02-28T07:23:32Z
  • Allianz hilft
  • Freitag, 28.02.2020 um 08:23 Uhr
Hallo Maria Wecker,

natürlich möchte man bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung keine Fehler machen. Da kann ich Sie gut verstehen.

Gerne werde ich Ihre Anfrage bei unseren Spezialisten platzieren und um eine allgemeine Antwort bitten.

Sobald mir diese vorliegt, werde ich Sie hier umgehend über das Forum informieren.

Gerne stehen die Kollegen auch für einen direkten Austausch zur Verfügung. Diese sind unter der Rufnummer 0800/4100104 (Mo.-Fr. 8-20 Uhr) gerne für Sie da.

Beste Grüße
Sebastian
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Richtige Antwort
2020-02-28T08:31:39Z
  • Freitag, 28.02.2020 um 09:31 Uhr

Liebe Maria Wecker,

   

danke für die Frage. Schauen wir uns mal die verschiedenen Verschuldensgrade an:

            

Vorsätzlich handelt, wer etwas mit "Wissen und Wollen" tut. Das wäre der Fall - wie Sie selbst bereits geschrieben haben - wenn Sie sich nicht begutachten lassen wenn wir dies als notwendig erachten, obwohl Sie dazu bei zumutbarem Aufwand in der Lage wären. Gleiches gilt, wenn Sie uns notwendige Informationen vorenthalten oder die Erhebung notwendiger Daten nicht ermöglichen.

         

Grob fahrlässig handelt, wer die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt, ganz naheliegende Überlegungen nicht anstellt und das nicht beachtet, was in gegebenem Fall Jedem hätte einleuchten müssen. Stellen Sie sich vor, Sie sind zum Gutachter geladen, erscheinen dort eine halbe Stunde zu spät und die Begutachtung muss deshalb ausfallen. Grund dafür war, dass Sie einfach zu spät zu Hause losgefahren sind. Sie hatten nicht die Absicht zu spät zu kommen und den Termin platzen zu lassen und nachts um 3 Uhr hätten Sie den Weg auch in der von Ihnen angenommen Zeit geschafft, aber nicht im Berufsverkehr. Nun ist es so, dass jeden Tag Berufsverkehr herrscht und dass das auch jedem Menschen einleuchtet. Dass Sie es nicht berücksichtigt haben, war grob fahrlässig. Ist etwas konstruiert und ob das im konkreten Fall zu Konsequenzen führen würde, kann man so nicht sagen - mir fällt grad kein besseres Beispiel ein. (Grob fahrlässig = das darf nicht passieren)

        

Für die einfache Fahrlässigkeit genügt es, wenn Sie die erforderliche Sorgfalt verletzen - nicht in besonders schwerem Maße.  Etwas passiert, weil Sie kurz unachtsam waren, sich haben ablenken lassen. (Einfach fahrlässig = das kann ja mal passieren). Ein Beispiel in Bezug auf die Verletzung von Mitwirkungspflichten oder Obliegenheiten im BU-Leistungsfall fällt mir nicht ein. Sollte eine Obliegenheit verletzt worden sein, müsste der Verursacher darlegen, warum die Verletzung nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig passiert ist.

        

Unverzüglich bedeutet übrigens "Ohne schuldhaftes Zögern". Sie sollten sich also möglichst schnell bei Ihrem Versicherer melden, wenn klar ist, dass Sie mindestens 6 Monate zu mindestens 50% nicht in der Lage sind, Ihrer Berufstätigkeit auszuführen. Melden Sie sich ein paar Monate stäter, ist das unproblematisch. Wir prüfen auch, ob Sie in der Vergangenheit berufsunfähig waren und leisten ggf. auch rückwirkend. Problematisch kann es werden, wenn Sie sich erst Jahre später melden - durch den Zeitablauf kann es schwierig bis unmöglich geworden sein, die notwendigen Daten zum Nachweis der BU zu erheben. Schlimmstenfalls wird dann keine Leistung fällig.

          

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

       

Beste Grüße

Jürgen.

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