Diese Seite verwendet technisch notwendige Cookies, die ohne Ihre Einwilligung gesetzt werden.
Außerdem möchten wir das „Matomo Cookie“ und „Adobe Analytics“ zur statistischen Analyse des Datenaufkommens verwenden. Mit Klick auf „Bestätigen“ willigen Sie in das Setzen des Matomo Cookies und in Adobe Analytics ein. Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen.
Ablehnen Bestätigen
Gelöschter Nutzer

Dauernde anerkannte Berufsunfähigkeit - ist hier ein Teilzeitjob möglich

Hallo,

Ist es möglich, einen Teilzeitjob auszuüben bei Dauerhaft anerkannter BU Rente ?

Vorheriger Beruf: Handwerksmeister selbständig.  

Neue Tätigkeit z.B. Hausmeister als Teilzeit.

Oder darf man überhaupt irgendeine Teilzeitätigkeit ausüben, ohne dass die BU Rente gekürzt wird?


Danke im voraus 

Andrea



Richtige Antwort
2022-10-22T06:19:54Z
  • Samstag, 22.10.2022 um 08:19 Uhr
Guten Morgen Andrea,


selbstverständlich darf man einen Teilzeitjob ausüben, auch wenn man Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung bezieht. 


Folgendes ist dabei zu berücksichtigen:


Wird eine Leistung wegen Berufsunfähigkeit bezogen und eine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, dann ist man zunächst vertraglich verpflichtet, das dem Versicherer anzuzeigen. 


Der Versicherer ist berechtigt, ein sogenanntes Nachprüfungsverfahren durchzuführen, um zu prüfen, ob die bedingungsgemäßen Leistungsvoraussetzungen weiter vorliegen. Dabei wird geschaut, ob sich der Gesundheitszustand verändert hat und falls nicht, ob jetzt eine Tätigkeit ausgeübt wird, die der Lebensstellung des alten Berufes in gesunden Tagen entspricht. 


Ist die sogenannte "konkrete Verweisung" versichert, wird dann der "konkrete" neue Beruf angeschaut, so wie er tatsächlich ausgestaltet ist. Eine Hochrechnung des Einkommens auf Vollzeit erfolgt bei einer Teilzeittätigkeit somit nicht. Ist das neue Einkommen spürbar (20% und mehr) niedriger, ist keine Verweisung möglich. 


Anders ist es, wenn (bei älteren Verträgen) nur "abstrakte Verweisbarkeit" versichert ist. Auch hier wird der Versicherer zusätzlich prüfen, ob zum Zeitpunkt der Nachprüfung aufgrund einer gesundheitlichen Verbesserung der alte Beruf wieder ausgeübt werden kann. Ist dies trotz gesundheitlicher Besserung nicht möglich, wird geprüft, ob ein neuer Beruf, der der alten Lebensstellung entspricht, ausübt werden kann. Haben Sie nun eine Teilzeittätigkeit aufgenommen, liegt es nahe, dass man sich anschaut, ob es Ihnen gesundheitlich zumutbar ist, diese Tätigkeit auch in Vollzeit auszuüben. Ist dies möglich, wird man der Vergleichsbetrachtung zwischen neuem und alten Beruf auch das "abstrakte", hochgerechnete Einkommen zugrunde legen.


Die Lebensstellung wird aber nicht nur vom Einkommen geprägt. Daneben schauen wir uns natürlich immer auch weitere Faktoren an. So ist es zum Beispiel i.d.R. nicht möglich, einen ehemals selbstständigen Unternehmer mit Direktionsrecht auf eine weisungsgebundene angestellte Tätigkeit zu verweisen.


Gekürzt wird die BU-Rente übrigens nie. Es gilt hier das "Alles-oder-Nichts-Prinzip". Liegen die Leistungsvoraussetzungen weiter vor, dann gibts die Rente zusätzlich zum neuen Einkommen in voller Höhe. Anderenfalls entfällt sie komplett.


Ein komplexes Thema zum Wochenende. 😄 Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter. Wenn noch Fragen dazu sind, haken Sie gerne nach.


Beste Grüße

Jürgen.

3 Kommentare
2022-10-21T14:55:47Z
  • Freitag, 21.10.2022 um 16:55 Uhr
  • zuletzt editiert von Ines.
Hallo Andrea Z,

die Ursachen einer Berufsunfähigkeit sind vielfältig und können jeden treffen. Statistisch betrachtet wird jeder 4.
irgendwann im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Umso besser, wenn Sie dann mit unserer Berufsunfähigkeitsversicherung vorgesorgt haben.

Gerne mache ich mich hierzu für Sie bei den zuständigen Kolleg:innen schlau. Senden Sie mir dazu bitte:

- Ihren Namen,
- Ihre Anschrift,
- Ihr Geburtsdatum sowie
- Ihre Vertragsnummer und den Usernamen aus dem Forum 


an allianzhilft.dialog@allianz.de und wir machen von dort aus gemeinsam weiter.

Alternativ erreichen Sie die zuständigen Kolleg:innen von Mo - Fr zwischen 8 und 20 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4100 104.

Beste Grüße
Vanessa

Wie hilfreich finden Sie diese Antwort?
Richtige Antwort
2022-10-22T06:19:54Z
  • Samstag, 22.10.2022 um 08:19 Uhr
Guten Morgen Andrea,


selbstverständlich darf man einen Teilzeitjob ausüben, auch wenn man Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung bezieht. 


Folgendes ist dabei zu berücksichtigen:


Wird eine Leistung wegen Berufsunfähigkeit bezogen und eine neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, dann ist man zunächst vertraglich verpflichtet, das dem Versicherer anzuzeigen. 


Der Versicherer ist berechtigt, ein sogenanntes Nachprüfungsverfahren durchzuführen, um zu prüfen, ob die bedingungsgemäßen Leistungsvoraussetzungen weiter vorliegen. Dabei wird geschaut, ob sich der Gesundheitszustand verändert hat und falls nicht, ob jetzt eine Tätigkeit ausgeübt wird, die der Lebensstellung des alten Berufes in gesunden Tagen entspricht. 


Ist die sogenannte "konkrete Verweisung" versichert, wird dann der "konkrete" neue Beruf angeschaut, so wie er tatsächlich ausgestaltet ist. Eine Hochrechnung des Einkommens auf Vollzeit erfolgt bei einer Teilzeittätigkeit somit nicht. Ist das neue Einkommen spürbar (20% und mehr) niedriger, ist keine Verweisung möglich. 


Anders ist es, wenn (bei älteren Verträgen) nur "abstrakte Verweisbarkeit" versichert ist. Auch hier wird der Versicherer zusätzlich prüfen, ob zum Zeitpunkt der Nachprüfung aufgrund einer gesundheitlichen Verbesserung der alte Beruf wieder ausgeübt werden kann. Ist dies trotz gesundheitlicher Besserung nicht möglich, wird geprüft, ob ein neuer Beruf, der der alten Lebensstellung entspricht, ausübt werden kann. Haben Sie nun eine Teilzeittätigkeit aufgenommen, liegt es nahe, dass man sich anschaut, ob es Ihnen gesundheitlich zumutbar ist, diese Tätigkeit auch in Vollzeit auszuüben. Ist dies möglich, wird man der Vergleichsbetrachtung zwischen neuem und alten Beruf auch das "abstrakte", hochgerechnete Einkommen zugrunde legen.


Die Lebensstellung wird aber nicht nur vom Einkommen geprägt. Daneben schauen wir uns natürlich immer auch weitere Faktoren an. So ist es zum Beispiel i.d.R. nicht möglich, einen ehemals selbstständigen Unternehmer mit Direktionsrecht auf eine weisungsgebundene angestellte Tätigkeit zu verweisen.


Gekürzt wird die BU-Rente übrigens nie. Es gilt hier das "Alles-oder-Nichts-Prinzip". Liegen die Leistungsvoraussetzungen weiter vor, dann gibts die Rente zusätzlich zum neuen Einkommen in voller Höhe. Anderenfalls entfällt sie komplett.


Ein komplexes Thema zum Wochenende. 😄 Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter. Wenn noch Fragen dazu sind, haken Sie gerne nach.


Beste Grüße

Jürgen.

2022-10-22T06:25:40Z
  • Samstag, 22.10.2022 um 08:25 Uhr
Hallo Jürgen, 


vielen Dank, dass Sie Ihr Wissen mit uns und den Kund:innen teilen.


Beste Grüße 

Antje

Wie hilfreich finden Sie diese Antwort?

Dateianhänge
    😄