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Filippo Mondello

Bekommt man eine BU-Rente wenn man die alte Tätigkeit bei 75% wieder ausübt?

Hallo AllianzHilftForum,
ich will eine BU-Versicherung abschließen und vergleiche im Moment unterschiedliche Anbieter. In den Bedingungen, die ich von einem Allianz Berater bekommen habe, steht diese Definition von Berufsunfähigkeit:
Vollständige Berufsunfähigkeit
Wenn die →versicherte Person
• in Folge Krankheit, Körperverletzung oder eines mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls,
• die ärztlich nachzuweisen sind,
• voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen außerstande ist oder bereits 6 Monate ununterbrochen außerstande gewesen ist, ihren Beruf auszuüben,
• und sie auch keine andere Tätigkeit ausübt, die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht,
so liegt von Beginn an eine vollständige Berufsunfähigkeit vor.
Die Lebensstellung ergibt sich aus dem beruflichen Einkommen und der sozialen Wertschätzung des Berufs, wobei die andere Tätigkeit bereits dann nicht der bisherigen Lebensstellung entspricht, wenn entweder das Einkommen oder die Wertschätzung der anderen Tätigkeit spürbar unter das Niveau des bislang ausgeübten Berufs absinken. Die zumutbare Minderung des Einkommens und der Wertschätzung richten sich dabei nach den individuellen Gegebenheiten nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung. Die zumutbare Minderung des Einkommens beträgt jedoch höchstens 20 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens des bislang ausgeübten Berufs.
Wenn z.B. ich 100000€ im Jahr verdiene, verstehe ich laut dieser Definition, dass ich eine BU-Rente bekomme wenn:
- in Folge Krankheit,
- die ärtzlich nachgewiesen wird
- 6 Monate ununterbrochen mein Beruf nicht ausüben konnte
- eine Tätigkeit ausübe, mit der ich höchstens 79999€ verdiene
Habe ich bis jetzt richtig verstanden?
Wenn schon, kommen jetzt folgende Fragen dazu:
- würde man weiter eine BU-Rente bekommen, wenn man die alte Tätigkeit mit reduzierter Zeit mit entsprechender Minderung am Gehalt ausübt? Könnte man die alte Tätigkeit bei 75% ausüben um 75000€ zu bekommen? Mein Allianz Berater hat mir gesagt, dass bei der gleichen Tätigkeit darf man höchstens 49% der Zeit arbeiten (und höchstens 79% des altes Gehaltes bekommen). Bei andere Tätigkeiten stattdessen könnte man auch bis zur 79% der Zeit arbeiten.
Diese Punkt ist mir wichtig für meine Entscheidung. Ein anderer Anbieter hat mir geantwortet, dass ich meine alte Tätigkeit auch zu 75% ausüben kann. Ist auch die Erklärung von meinem Allianz Berater richtig?
Mit freundlichen Grüßen,
Richtige Antwort
2016-11-25T09:25:29Z
  • Freitag, 25.11.2016 um 10:25 Uhr
Guten Morgen Filippo Mondello,

Ihre Frage betrifft ein sehr komplexes Thema und ist schwer pauschal zu beantworten. Ich möchte mal versuchen, hier etwas Licht ins Dunkel zu bringen:

Einen Leistungsanspruch aus der Berufsunfähigkeitsvorsorge haben Sie nach aktuellen Bedingungen, wenn Sie zu mindestens 50 Prozent in Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf berufsunfähig sind und solange der Grad der Berufsunfähigkeit nicht unter 50 Prozent sinkt oder die Versicherungsdauer endet.

Berufsunfähig ist man - wie Sie richtig geschrieben haben - wenn man in Folge Krankheit, Körperverletzung oder eines mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls,
• die ärztlich nachzuweisen sind,
• voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen außerstande ist oder bereits 6 Monate ununterbrochen außerstande gewesen ist, seinen Beruf auszuüben,
• und man auch keine andere Tätigkeit ausübt, die der bisherigen Lebensstellung entspricht.

Ob Sie zu 50 Prozent berufsunfähig sind, kann man aber nicht pauschal von der Arbeitszeit abhängig machen. Es wird individuell geprüft, wie Ihre letzte berufliche Tätigkeit in gesunden Tagen ganz konkret ausgestaltet war - das heißt, welche Tätigkeiten Sie im Einzelnen in welchem Umfang zu verrichten hatten und welche Kenntnisse und Fertigkeiten Sie dafür benötigten. Wenn Sie in Ihrem bisherigen Beruf arbeiten, spielt Ihr Einkommen bei der Frage, ob Sie berufsunfähig sind oder nicht, deshalb gar keine Rolle.

Interessant wird das Einkommen dann, wenn Sie eine andere Tätigkeit aufnehmen. Denn dann muss beurteilt werden, ob diese neue Tätigkeit Ihrer Lebensstellung entspricht. Und hier spielt das Einkommen eben eine wesentliche Rolle. Die aktuellen Bedingungen legen fest, dass eine Minderung des Einkommens von höchstens 20 Prozent zumutbar sein kann.

Ihre Frage " würde man weiter eine BU-Rente bekommen, wenn man die alte Tätigkeit mit reduzierter Zeit mit entsprechender Minderung am Gehalt ausübt?" kann man nicht beantworten. Entscheidend ist, ob Sie die alte Tätigkeit zu mehr als 50 Prozent ausüben KÖNNEN. Das beantwortet auch Ihre nächste Frage "Könnte man die alte Tätigkeit bei 75% ausüben um 75000€ zu bekommen?" - natürlich NICHT. Einen anderen Beruf können Sie dagegen gern auch in Vollzeit ausüben - solange dabei die Lebensstellung nicht gewahrt ist UND Sie Ihren alten Beruf nicht zu mindestens 50 Prozent ausüben KÖNNEN, haben Sie weiterhin einen Leistungsanspruch.

Die Aussagen, welche Sie zitieren, kann ich nicht bestätigen. Mir ist kein Produkt am Markt bekannt, wo Sie einen Leistungsanspruch wegen Berufsunfähigkeit erwerben, wenn Sie den alten Beruf zu 75 Prozent ausüben können.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind damit beantwortet. Falls noch etwas unklar sein sollte, fragen Sie bitte gerne nach.

Beste Grüße
Jürgen
7 weitere Kommentare
2016-11-25T07:25:17Z
  • Freitag, 25.11.2016 um 08:25 Uhr
Guten Morgen Filippo Mondello,

das Thema Berufsunfähigkeit ist ein sehr komplexes Thema und Ihre Frage ist sicherlich auch für unsere anderen User sehr interessant.

Um Ihre Frage konkret beantworten zu können, gebe ich Ihre Anfrage deshalb direkt an unsere Spezialisten der Berufsunfähigkeitsversicherung weiter und melde mich hier im Forum zurück, sobald ich eine Antwort für Sie habe.

Schöne Grüße
Corny
Wie hilfreich finden Sie diese Antwort?
Richtige Antwort
2016-11-25T09:25:29Z
  • Freitag, 25.11.2016 um 10:25 Uhr
Guten Morgen Filippo Mondello,

Ihre Frage betrifft ein sehr komplexes Thema und ist schwer pauschal zu beantworten. Ich möchte mal versuchen, hier etwas Licht ins Dunkel zu bringen:

Einen Leistungsanspruch aus der Berufsunfähigkeitsvorsorge haben Sie nach aktuellen Bedingungen, wenn Sie zu mindestens 50 Prozent in Ihrem zuletzt ausgeübten Beruf berufsunfähig sind und solange der Grad der Berufsunfähigkeit nicht unter 50 Prozent sinkt oder die Versicherungsdauer endet.

Berufsunfähig ist man - wie Sie richtig geschrieben haben - wenn man in Folge Krankheit, Körperverletzung oder eines mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls,
• die ärztlich nachzuweisen sind,
• voraussichtlich 6 Monate ununterbrochen außerstande ist oder bereits 6 Monate ununterbrochen außerstande gewesen ist, seinen Beruf auszuüben,
• und man auch keine andere Tätigkeit ausübt, die der bisherigen Lebensstellung entspricht.

Ob Sie zu 50 Prozent berufsunfähig sind, kann man aber nicht pauschal von der Arbeitszeit abhängig machen. Es wird individuell geprüft, wie Ihre letzte berufliche Tätigkeit in gesunden Tagen ganz konkret ausgestaltet war - das heißt, welche Tätigkeiten Sie im Einzelnen in welchem Umfang zu verrichten hatten und welche Kenntnisse und Fertigkeiten Sie dafür benötigten. Wenn Sie in Ihrem bisherigen Beruf arbeiten, spielt Ihr Einkommen bei der Frage, ob Sie berufsunfähig sind oder nicht, deshalb gar keine Rolle.

Interessant wird das Einkommen dann, wenn Sie eine andere Tätigkeit aufnehmen. Denn dann muss beurteilt werden, ob diese neue Tätigkeit Ihrer Lebensstellung entspricht. Und hier spielt das Einkommen eben eine wesentliche Rolle. Die aktuellen Bedingungen legen fest, dass eine Minderung des Einkommens von höchstens 20 Prozent zumutbar sein kann.

Ihre Frage " würde man weiter eine BU-Rente bekommen, wenn man die alte Tätigkeit mit reduzierter Zeit mit entsprechender Minderung am Gehalt ausübt?" kann man nicht beantworten. Entscheidend ist, ob Sie die alte Tätigkeit zu mehr als 50 Prozent ausüben KÖNNEN. Das beantwortet auch Ihre nächste Frage "Könnte man die alte Tätigkeit bei 75% ausüben um 75000€ zu bekommen?" - natürlich NICHT. Einen anderen Beruf können Sie dagegen gern auch in Vollzeit ausüben - solange dabei die Lebensstellung nicht gewahrt ist UND Sie Ihren alten Beruf nicht zu mindestens 50 Prozent ausüben KÖNNEN, haben Sie weiterhin einen Leistungsanspruch.

Die Aussagen, welche Sie zitieren, kann ich nicht bestätigen. Mir ist kein Produkt am Markt bekannt, wo Sie einen Leistungsanspruch wegen Berufsunfähigkeit erwerben, wenn Sie den alten Beruf zu 75 Prozent ausüben können.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind damit beantwortet. Falls noch etwas unklar sein sollte, fragen Sie bitte gerne nach.

Beste Grüße
Jürgen
2016-11-25T11:07:04Z
  • Freitag, 25.11.2016 um 12:07 Uhr
Hallo Jürgen,
zu dem Komplex habe ich eine Frage.:
Ist es nicht auch grundsätzlich so, dass wenn H. Mondello tatsächlich eine BU-Rente bekommt,
und dann wieder - teilweise- arbeiten gehen kann, die Höhe der BU-rente zusammen mit dem
dann erzielten Einkommen nicht höher sein darf, als das Nettoeinkommen vor Bezug der BU-rente.?
Also z.B. Nettoeinkommen vor Berufsunfähigkeit: 2.500,- €,
BU Fall tritt ein, angenommene versicherte BU-rente: 1.500,- €, diese zahlt auch die Allianz.
Nach angenommen 2 Jahren könnte H. Mondello wieder Teilzeit arbeiten, Verdienst: 1.500,-
also zusammen 3.000,- € .
Zahlt dann die Versicherung weiter die vollen 1.500,-? obwohl H. Mondello dann ja insgesamt mehr
Geld hat, als vor dem Versicherungsfall,?
LG
Ute
2016-11-25T12:19:25Z
  • Freitag, 25.11.2016 um 13:19 Uhr
Hallo Ute,

danke für die Frage - die kommt immer wieder mal.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine "Summen-Versicherung" und keine "Schaden-Versicherung". Das bedeutet, wenn Sie sich entscheiden, 1.500 EUR Berufsunfähigkeitsrente abzusichern, dann zahlen Sie den Beitrag für diese Summe und dann haben Sie auch Anspruch auf diese Summe wenn die bedingungsgemäßen Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind. Es sind die 1.500 EUR versichert und nicht der tatsächliche Einkommensverlust (Schaden) durch Berufsunfähigkeit. Ein sogenanntes Bereicherungsverbot gibt es hier nicht.

Fazit: es gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip;
Leistungsvoraussetzungen erfüllt = Alles
Leistungsvoraussetzungen nicht erfüllt = Nichts

Beste Grüße
Jürgen
2016-11-25T12:23:56Z
  • Freitag, 25.11.2016 um 13:23 Uhr
Hallo Jürgen,
vielen Dank für diese Info.
LG
Ute
2017-08-30T17:33:47Z
  • Mittwoch, 30.08.2017 um 19:33 Uhr
Liebes Team der Allianz,

ich habe zu dem Thema eine Frage:

Man kann ja erst Leistungen aus seiner BU beziehen, wenn man weniger als 50% in seinem Hauptberuf arbeiten kann. 
Wenn ich nun vorher schon gesundheitliche Einschränkungen habe, und deshalb freiwillig auf 80% reduziere, würden sich meinem Verständnis nach die ausschlaggebenden 50% auf die neuen 80% beziehen. Auf die ursprünglichen 100% bezogen drüfte ich also nur noch 40% arbeiten können. Diese Logik hält mich davon ab, jetzt schon aus gesundheitlichen Gründen meine Arbeitszeit zu reduzieren. Kann ich dies irgendwie verhindern? Sprich, ändert sich bei einer freiwilligen Reduktion der Arbeitszeit aus gesundheitlichen Gründen nicht die Basis, auf die sich die BU bezieht?

Vielen Dank für Ihre Hilfe! Das Thema beschäftigt mich im Moment sehr, und ich finde keine Antwort auf meine Frage.
Tim
2017-08-30T17:45:20Z
  • Mittwoch, 30.08.2017 um 19:45 Uhr
Hallo Tim Vorpahl,

ich werde Ihre Fragen sofort an meine zuständigen Kollegen von der Berufsunfähigkeitsversicherung weiterleiten.

Die entsprechenden Antworten werden dann von diesen oder mir hier im Forum gepostet.

Bitte haben Sie bis dahin ein bisschen Geduld, da meine Kollegen bereits außer Haus sind.

Alternativ können Sie sich gerne telefonisch mit meinen zuständigen Kollegen in Verbindung setzen.
Diese sind unter der kostenfreien Rufnummer 0800 41 00 104 (Mo.-Fr. 08.00-20.00 Uhr) erreichbar.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

Viele Grüße

Sarah
Wie hilfreich finden Sie diese Antwort?
2017-08-31T14:49:26Z
  • Donnerstag, 31.08.2017 um 16:49 Uhr
Hallo Tim Vorpahl,

vielen Dank für Ihre Frage. Für die verspätete Antwort bitten wir um Entschuldigung. 

Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihre Arbeitszeit, Ihr Tätigkeitsfeld oder Ähnliches reduzieren bzw. ändern, ist der bei Eintritt des Leidens ausgeübte Beruf maßgeblich.

In diesen Fällen ist auf den zuvor ausgeübten Beruf in seiner konkreten Ausgestaltung "an gesunden Tagen" abzustellen.

Das heißt also, wenn Sie aufgrund der Erkrankung, wegen der Sie berufsunfähig werden, Ihre Arbeitszeit von 100% auf 80% reduzieren, werden wir für die Prüfung der Ansprüche die Tätigkeit vor der Reduzierung zugrundelegen.

Dies müsste man jedoch im Einzelfall prüfen. 

Vieles lässt sich in einem persönlichen Gespräch besser klären. Rufen Sie uns gerne dazu unter 030/ 53893-64110 (Mo.-Fr. 08.00-20.00 Uhr).

Viele liebe Grüße

Annemarie

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